Kunstforum-Gespräche · von Jolanda Drexler · S. 376 - 379
Kunstforum-Gespräche , 2013

Münchner Architekturmuseum 2.0:

Der neue Direktor setzt auf Internationalisierung und soziales Engagement

Andres Lepik im Gespräch mit Jolanda Drexler

Andres Lepik ist seit Oktober 2012 neuer Direktor des Architekturmuseums der Technischen Universität München und damit zugleich Lehrstuhlinhaber für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis. Der international renommierte Wissenschaftler und Kurator folgt auf Winfried Nerdinger, der in seiner 35-jährigen Laufbahn als Sammlungskurator der TUM, die 2002 in der Museumsgründung in der Pinakothek der Moderne gipfelte, das Architekturmuseum zum größten Spezial- und Forschungsmuseum Deutschlands ausbaute. Mit seinen ebenso der Dokumentation wie der kritischen Auseinandersetzung verpflichteten Ausstellungen hat Nerdinger ein lebendiges Forum des Austausches geschaffen. Lepiks attraktive Berufung begann allerdings mit einer Hiobsbotschaft, da die gesamte Pinakothek der Moderne, mithin seine Wirkungsstätte, demnächst wegen Baumängel für acht Monate geschlossen wird. Auf Anfrage der drei anderen Direktoren des Hauses schlug Lepik einen ursprünglich für Berlin geplanten, temporären Ausstellungsbau zur Überbrückung der Schließung vor, sinnigerweise mit der Bezeichnung „Schaustelle“ – ein allseits mit Erleichterung aufgenommener Coup, der den vier Sammlungen eine synergetische Platt-form bietet, auf der enge Kooperation und Durchlässigkeit zwischen den Disziplinen erprobt werden können.

Der Loeb-Fellow der Graduate School of Design an der Harvard University wurde 1961 in Augsburg geboren und studierte Kunstgeschichte sowie Germanistik. Nach seiner Promotion über „Architekturmodelle der Renaissance“ an der Bibliotheca Hertziana in Rom und anschließender journalistischer Tätigkeit kam er 1994 nach Berlin, zunächst als Kurator an die Neue Nationalgalerie, dann ab 2004 als Leiter der Architektursammlung 20./21. Jahrhundert an der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen, wo er vielbeachtete Ausstellungen über Renzo Piano (2000), Rem Koolhaas…

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