Titel: 52. Biennale Venedig · von Heinz-Norbert Jocks · S. 214
Titel: 52. Biennale Venedig , 2007

Daniel Buren

Nicht der Kurator ist der Künstler, sondern der Künstler.

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Daniel Buren, selbst Künstler, berühmt für seine Streifeninstallationen, ist auf der Biennale auch als Kommissar tätig. Warum, darüber sprach mit ihm Heinz-Norbert Jocks.

H.-N.J.: Warum ließen Sie sich dazu einladen, der Kurator für Sophie Calle zu spielen?

D.B.: Wie viele andere auch hatte ich ihre Annonce in den Zeitungen gelesen und fand sie so subtil wie humoristisch und zugleich sehr kritisch. Sie widmet sich darin auf so einfache wie völlig undogmatische Weise dem Problem zwischen Künstler und Kommissar. Auch wenn es sich um eine persönliche Ausstellung handelt, so spielt der Kommissar eine Rolle, aber eine, die in erster Linie unbedeutend ist. Eine persönliche Ausstellung ist so eine Arbeit, wie ich sie natürlich als Künstler, der in Museen ausstellt, natürlich auch kenne. Da man alles selber macht, braucht man im Grunde keinen Kommissar. Ein solcher ist da zu nichts nutze, es ist lediglich ein Titel, sonst nichts. Bei einer Gruppenausstellung ist das etwas ganz anderes. Da trägt er eine große Verantwortung, er ist für die Einladungen zuständig, lässt sich etwas einfallen, usw. Aus diesem Grunde erschien mir ihre Haltung, die da sagt: „Die Tür steht offen! Wer an meiner Arbeit wirklich interessiert ist, den mache ich zu meinem Kommissar“, – sehr tiefgründig. Wir lernten uns kennen, sprachen ein paar Minuten miteinander, und ich. sagte mir daraufhin, ich mache den Spaß mit und werde ihr Kommissar und schickte ihr meinen Lebenslauf.

Ist es nicht mehr wie ein…

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