Titel: 52. Biennale Venedig · von Heinz-Norbert Jocks · S. 230
Titel: 52. Biennale Venedig , 2007

Israel
Kurator: Suzanne Landau

Yehudit Sasportas

Warten, nichts als Warten, aber worauf?

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Yehudit Sasportas, 1969 in Ashdod, Israel geboren, lehrt seit 1998 an der Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Tel Aviv. Als junges Mädchen führte sie Tagebuch, aber nicht schreibend, sondern zeichnend. Seismographische spürte sie da mit Hilfe von Linien ihren Gefühlen nach. Ihr spezielles Verhältnis zu Linien hat vielleicht mit einer Früherfahrung zu tun. Denn weil ihre Mutter Näherin war, war sie von Musterbüchern voller Stoffstücke umgeben, auf denen nicht nur die verschiedenen Sticharten zu sehen waren, sondern auch die engen zackigen Anfangsnähte. Für sie waren „diese Linien so selbstverständlich wie Schrift“. Alles in allem geht es ihr darum, eine Form dafür zu finden, wie man die Außenwelt im Innern reflektiert. Im Grunde handelt es sich um den Versuch der Erfassung von Empfindungen und Stimmungen. Sie spricht in dem Zusammenhang von ihrem „mentalen Garten“ als eine Art emotionale DNA. In Israel längst fast ein Star, vertritt sie in diesem Jahr ihr Land auf der Biennale. Heinz-Norbert Jocks sprach mit ihr am Eröffnungstag, sitzend vor dem überfüllten Pavillon.

H.-N.J.: Wie wurden Sie Künstlerin?

Y.S.: Ich habe vier Jahre am College for Visual Art in Beersheva, Israel studiert, danach ein Jahr in New York an der Cooper Union Academy of Art, und schließlich ging ich wieder für zwei weitere Jahre nach Israel, um den Master-Abschluss an der Universität von Jerusalem zu machen.

War die Bildhauerei immer Ihr…

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