Titel: 52. Biennale Venedig , 2007

Italien
Kurator: Pio Baldi / Ida Gianelli

Nach acht Jahren beteiligt sich Italien erstmals wieder mit einem eigenen nationalen Pavillon an der Biennale. Die in die Ausstellung der Arsenale integrierte Präsentation besteht aus zwei Einzelausstellungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Giuseppe Penones Installation „Sculture di linfa” und Francesco Vezzolis Videoinstallation“ Democrazy”.

Giuseppe Penone – “Sculture Di Linfa”

Wie eigentlich in seinem gesamten Werk, setzt Giuseppe Penone auch in seiner Biennale-Arbeit Natur und Kunst in einen Dialog. Der Altmeister der Arte Povera hat verschiedene skulpturale Elemente aus Holz, Leder und Marmor zu einer Gesamtinstallation inszeniert. Die Wände des Pavillons bedecken Hunderte von Tierhäuten („Corteccia di cuoio“). Den Boden ist mit Marmorplatten belegt, in die eine Hautstruktur in Form eines menschlichen Gehirns eingearbeitet ist („Pelle di marmo – cervello“). Drei Skulpturen ergänzen die Installation: Zwei mit Tierhäuten bezogene Baumstämme (Alberi di cuoio“) und die lang gezogene „Sculture di linfa“. Sie besteht aus den aneinander gelegten Hälften eines Baumstamms, in die der Künstler die Negativform dieses Baumes eingearbeitet hat. Penone ist eine äußerst sinnliche Installation gelungen, die mit visuellen, taktilen und olfaktorischen Reizen spielt.

Francesco Vezzoli – “Democrazy”

Francesco Vezzoli nimmt mit „Democrazy“ Bezug auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA. Auf zwei gegenüberliegenden Bildschirmen zeigt lässt er zwei (fiktive) Präsidentschaftskandidaten gegeneinander antreten. Jeweils 60 Sekunden lang werben Patricia Hill und Patrick Hill in Spots für ihre unterschiedlichen politischen und humanitären Visionen. Die in Kooperation mit professionellen „media advisor“-Teams aus den USA realisierten Filme machen deutlich, wie das Zusammenspiel von Medienmacht und Manipulation die Bedeutung des Begriffs „Demokratie“…

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von Susanne Boecker

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