Ausstellungen: London · von Edgar Schmitz · S. 350
Ausstellungen: London , 2010

Edgar Schmitz

Nothing is forever

»Festschmuck«

South London Gallery, 25.6. – 5.9.2010

Die South London Gallery hat aufgeholt – mit der Einbeziehung des Wohnhauses nebenan hat sie jetzt nicht nur zusätzliche Ausstellungsräume gewonnen, sondern auch ein Café und eine Wohnung für das Künstleraufenthaltsprogramm. Zur Einweihung ist der gesamte Komplex mit Arbeiten bespielt, die sich (mit ganz wenigen Ausnahmen) direkt auf die Wände und damit zumindest scheinbar auch in die architektonische Substanz der Gebäude eingeschrieben haben. Das Resultat ist eine Art Feier, die als Inbesitznahme gemeint ist und in der das Verhältnis von Raum/ Rahmen und Arbeit als zentrale Dimension angelegt ist.

Was dabei aber als Installation entsteht, liest sich fast durchgehend als Illustration musealer Präsentationsmuster. Dass statt einer Sammlung, die die South London Gallery als Kunsthalle nicht hat, hier temporäre Arbeiten dafür einstehen, ist für den Darbietungsgestus aber fast nebensächlich. Im zentralen Ausstellungssaal kommen Robert Barry und Lawrence Weiner als Vaterfiguren konzept- und typografiegebundener Arbeitsverständnisse mit Mark Titchner und Fiona Banner zusammen und erstellen eine museale Genealogie, auf die dann im neuen Clore Studio, in dem zukünftig interaktive Programme laufen werden, eine thematische Gruppierung zum Politischen folgt. Dan Perjovschis Cartoons und David Shrigleys visuelle Witze zum (tages)politischen und Lily van der Stokkers pseudo-dekoratives Wandbild thematisieren hier politisches als Dimension der Kunst. Dass das als Wandinschrift existiert, ist hier belanglos. Das Funktionieren der Zusammenstellung ist am Modell der Bildergalerie ausgerichtet, und vollfüllt genau diese Erwartungen. Auch Paul Morrisons botanische Wandmalerei im Oberbereich des Cafeteria-Atriums findet sich komfortabel in ihre dekorative Funktion ein. Die direkt angebrachte Dimension…

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