Ausstellungen: Frankfurt am Main · von Isa Bickmann · S. 286
Ausstellungen: Frankfurt am Main , 2016

Isa Bickmann

open handed

»Christoph Knecht und Benjamin Hirte«

Museum für Moderne Kunst, Zollamt (MMK 3), Frankfurt am Main, 12.12.2015 – 14.2.2016

Als die Vorbereitungen zur Präsentation der beiden Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung des Jahres 2013/14 anstanden, suchte Benjamin Hirte das Gespräch mit Christoph Knecht, der als zweiter Stipendiat mit ihm ausstellen sollte. Das kollegiale Konzept, nicht isoliert voneinander, sondern miteinander auszustellen, schlägt sich nun in einer im Zusammenspiel überaus gelungenen Ausstellung nieder. Hirte und Knecht überschreiben sie mit „open handed“ (dt.: freigiebig), was zudem auf die Offenheit hinweist, die beiden Werkkomplexen gemein ist. Dabei kommt dem Ganzen zugute, dass das Repertoire beider Künstler skulpturale Arbeiten als auch Wandobjekte umfasst.

Die Wände des Erdgeschosses im Zollamt bedeckt ein aus 16 Motiven gleicher Größe bestehender Kachelfries mit blauen Zeichnungen auf hellem Grund von Christoph Knecht (* 1983 in Karlsruhe, lebt in Düsseldorf). Im Delfter Blau sind dort u. a. ein Gebetsteppich in Originalgröße, ein Rollkoffer, das Werbemotiv einer arabischen Handcreme, ein Wurzelstock, aus dem verschiedene Pflanzen sprießen, das Fußsohlenreflexzonen-Schaubild der Traditionellen Chinesischen Medizin, eine startende Rakete und der Sternzeichenmann aus einer Handschrift des 15. Jahrhunderts (British Library, Arundel 251) zu erkennen. Knecht zieht Verbindungslinien zwischen all diesen scheinbar einzeln stehenden Motiven. So lässt sich das Schaubild des Fußes im Sinne der Mikro-/Makrokosmos-Idee mit dem spätmittelalterlichen Bild der von den Sternzeichen beeinflussten Körperteile verknüpfen. Knecht sieht hier all seine Interessengebiete vertreten, die durch Reisen nach China, wo er sich zwei Jahre aufhielt, und Israel befruchtet wurden.

Die Pfeiler im Hauptraum verkleidete Knecht mit Kacheln, deren mit blauer Farbe…

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