Ausstellungen: Köln · von Uta M. Reindl · S. 376
Ausstellungen: Köln , 2001

Uta M. Reindl

Öyvind Fahlström

Aurel Scheibler, Köln, 5.5. – 7.7.2001

Das Herzstück der Ausstellung mit den druckgrafischen Arbeiten und Multiples Öyvind Fahlströms in der Galerie Aurel Scheibler umfasst Schlüsselwerke des 1928 geborenen und schon mit 48 Jahren verstorbenen Künstlers, der seit Beginn der Neunziger weltweit eine Renaissance erlebt. Aus dem frühen Oeuvre des Künstlers ist dort in einer Vitrine das „Manifesto“ für konkrete Poesie sowie die darin veröffentlichte, erste Druckgrafik Fahlströms zu sehen, an den rot gestrichenen Wänden der aus piktografischen Fragmenten komponierte und mit Motiven früher Kunst Lateinamerikas assoziierende Siebdruck-Fries „Opera“ (1952-53). Letzterer hatte Fahlström einmal in einer der zahlreichen kunstästhetischen Reflexionen als „experimentelle Leinwand für verschiedene Methoden, Ideen und Mittel“ bezeichnet. So spricht der Dichter und Liebhaber von melodramatischen Inszenierungen aus diesen Exponaten, der bildende Künstler mit einer Vorliebe für das Spiel, vor allem aber für die volksnahe oder auch populäre Bildsprache.

Direkt neben dem abgetrennten Ausstellungsbereich und vom Eingang aus unübersehbar prangt in großen Lettern, ironisch werbend „Esso“ und „LSD“ ein Multiple an der Wand, woraus der politischen Künstler in Fahlström spricht und der in Sao Paulo als Sohn skandinavischer Eltern geborene, stets zwischen USA und Europa pendelnde Kosmopolit, nicht zuletzt auch der Künstler des Kalten Krieges, der stets mit anarchistischem Impetus die internationalen Mächteverhältnisse der sechziger und siebziger Jahre lakonisch kommentierte. „Didaktisch“ nennt die Witwe des Künstlers Sharon Avery-Fahlström die von ihr kuratierte Ausstellung mit der gesamten Druckgrafik und allen Multiples aus dem Werk ihres Mannes, wobei die zweifellos positiv gemeinte Formulierung der Amerikanerin in der deutschen Kunstkritik eher…

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