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Ausstellungen: Köln · von Frank Frangenberg · S. 378 - 378
Ausstellungen: Köln , 2001

Frank Frangenberg
T.J. Wilcox

Hadrian and Antinous, 2000, 16mm-Film, 9’49“
The Little Elephant, 2000, 16mm-Film, 4’38“

Galerie Daniel Buchholz, Köln, 26.1. – 3.3.2001

Daniel Buchholz und Christopher Müller haben mit de Rijke/de Roi und T.J. Wilcox Künstler in ihrem Programm, die in bemerkenswert präziser Weise mit Film arbeiten. Die These zum Phänomen: es gibt eine Bewegung der Gegenwartskunst, die üppigen Effekte des alten Mediums Film den nivellierenden Präsentationen der digitalen Medien entgegenzuhalten. Jedes technische Medium, Film, Video, analog oder digital, prägt seine eigenen Ästhetiken aus. Nicht wenige vermissen heute bei digitalen bildnerischen Produkten die gewohnte filmische Tiefenschärfe. Tiefe ist immer auch eine metaphysische Qualität. Die Tiefenschärfe filmischen Materials hat mit seiner künstlerischen Tiefe natürlich nichts zu tun. Irgendetwas jedoch passiert nur in dem bekannten cineastischen Arrangement von Lichtquelle, Projektion, und Bild an der Wand. In diesem faszinierenden Bereich, indem Worte nur versagen, Bilder wortlos regieren, komponiert der amerikanische Künstler T.J. Wilcox behutsam gefundenes Filmmaterial, selbstgedrehte Sequenzen auf 8mm-Film und selbsterstellte Animationsfilme zu einer sagenhaften Mixtur.

In seiner letzten Ausstellung bei Daniel Buchholz und Christopher Müller zeigte T.J. Wilcox zwei aktuelle Filme aus dem Jahr 2000. „Hadrian and Antinous“, ein Film über die Liebe, „The Little Elephant“ nicht minder, sind beides 16mm Filme, ca. 10 und 5 Minuten lang, die im Rahmen der Ausstellung parallel aufgebaut, nacheinander gezeigt wurden. Der Projektor rattert, Film knistert, Stäubchensterne tanzen in der Lichtstraße der Projektion. Die Cinémathèque ruft. Die High School, meinten die amerikanischen Kritiker von T.J. Wilcox und erinnerten sich an ihre Schulzeit, die Jahre glücklichen somnambulen Lernens:…



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von Frank Frangenberg

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