Ausstellungen: München · S. 337
Ausstellungen: München , 1990

Justin Hoffmann

Peter Halley, Julian Opie, Giulio Paolini

»Bild und Wirklichkeit«

Galerie Albrecht, 24.4. – 9.6.1990

Drei unterschiedliche Positionen in ihrem Verständnis von Realität und Bildgebung vertreten die Künstler Peter Halley, Julian Opie und Gialio Paolini. „Bild und Wirklichkeit“ nannte folgerichtig die Galeristin Susanne Albrecht die gemeinsame Präsentation dieser Künstler. Sie werden hier jeweils durch zwei für sie repräsentative Arbeiten vertreten. Auch wenn diese Ausstellung nicht sehr umfangreich ist, vermag sie gerade durch ihre Dichte zu überzeugen. Die gezeigten Werke gewinnen hier fast den Charakter von Thesen.

Peter Halley und Giulio Paolini erweisen sich bei diesem Ausstellungskonzept als Gegenspieler. Während Halley in seinen Gemälden die gesellschaftliche Wirklichkeit reflektiert, beschäftigt sich Paolini mit der klassischen Vergangenheit oder utopischen Träumen. Paolini glaubt an die bildnerische Kraft des Künstlers, während Halley die Möglichkeiten des Individuums geradezu in Frage stellt. Julian Opie fungiert bei diesem Aufeinandertreffen quasi als Vermittler. Er registriert sowohl die anonymen Gestaltungsphänomene und Strukturen der hochindustrialisierten Zivilisation als auch das formgebende Potential des Künstlers.

Peter Halley präsentiert bei dieser Ausstellung zwei ganz neue Arbeiten aus dem Jahr 1990. Die eine, „Western Sector“, steht noch ganz in der Tradition seines seit Jahren praktizierten Stils. Aus einer schwarzen Zelle kommen rechtwinklig geknickte braune und schwarze Leitungen. Dieser obere Teil wird beherrscht vom Kontrast zwischen dem Schwarz und dem fluoreszierenden Orange des Grunds. Der untere Teil des Gemäldes, der den unterirdischen Bereich unserer Stadtstrukturen verkörpert, zeigt einen orangefarbenen Kanal, der mit der oberirdischen Zelle in direkter Verbindung steht. Daß diese orangefarbene Leitung nicht in Leuchtfarbe gemalt wurde, gibt dem Bild…

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