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Ausstellungen: Berlin · von Peter Funken · S. 336 - 337
Ausstellungen: Berlin , 2001

Peter Funken
Peter Weibel

»Wegwerfbotschaften. Zur freien Entnahme«
Galerie & Projekte Mathias Kampl, Berlin, 21.4. – 4.6.2001

Wegwerfbotschaften. Zur freien Entnahme“ nennt Peter Weibel seine Ausstellung im „Galerie- und Projektraum“ von Mathias Kampl. Kampl, der auch eine Galerie in München betreibt, eröffnete den „Projektraum“ in der Auguststraße in Berlin-Mitte vor fünf Jahren. Der quadratische showroom ist zur Straße hin verglast und deshalb gut einsehbar. Peter Weibels „Wegwerfbotschaften“ bekommen dadurch eine besondere Öffentlichkeit, ist doch die Ausstellung in gewisser Weise Tag und Nacht geöffnet.

Der 1944 in Odessa geborene Ausstellungsmacher, Künstler, Theoretiker und Leiter des ZKM-Karlsruhe zeigt bei Kampl eigentlich zwei Arbeiten, die dort jedoch wie eine einzige wirken: entlang der Wände hat Weibel 21 Abfallkörbe aus Metall befestigt, vier weitere sind in der Raummitte platziert. Diese Körbe – es handelt sich um übliche Abfalleimer1, wie man sie im Außenraum findet – beinhalten allesamt kopierte, zerknitterte A4-Papierbögen, auf die Weibel seine „Botschaften“ gedruckt hat.

In jedem Abfallkorb befindet sich eine der „Wegwerfbotschaft“, die die BesucherInnen mitnehmen dürfen. Dazu wird man durch grüne Aufkleber mit der Aufschrift „Zur freien Entnahme“ aufgefordert, so dass man nach dem Besuch der Ausstellung 25 Texte in Händen hält, die sich mit dem Zustand des Planeten, mit Ungerechtigkeit, Diskriminierung und der sozialen Situation der Menschheit befassen. Bei diesen Texten geht es um Fakten, nicht um Meinungen. Die Inhalte der „Botschaften“ scheinen durch den Vorgang des Wegwerfens entwertet und könnten dadurch, dass die BesucherInnen die Texte aus dem Abfall herausfischen, wieder in Umlauf gebracht und aktiviert werden.

„10 % der Weltbevölkerung kassieren 85…



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