Gespräche mit Künstlern , 2003

GUSTAV DEUTSCH und HANNA SCHIMEK

„Prinzipiell kann man sagen, dass wir uns gerne an Orten aufhalten, die Un-Orte im Sinn der zeitgenössischen Kunst sind“

EIN GESPRÄCH MIT STELLA ROLLIG

Gustav Deutsch und Hanna Schimek sind ProjektkünstlerInnen avant la lettre. Seit der Gründung der interdisziplinären Gruppe „Der Blaue Kompressor“ zu Beginn der achtziger Jahre verknüpfen sie in ihrer Arbeit Forschung und Gestaltung, bildende Kunst und Kulturarbeit. Ihre schweifenden Untersuchungen, nicht zuletzt angetrieben von Neugier auf nicht vorhersehbare Kommunikation, haben sie unter anderem in ein Dorf nach Luxemburg geführt und in eine Oase in der marokkanischen Sahara.1 Sie haben mit geistig Behinderten einen Garten angelegt2, die extremen Lebensbedingungen in der Wüste am Beispiel der Wasserversorgung untersucht und eine interaktive CD-ROM gestaltet, durch die man u.a. in der Identität eines Touristen, eines Politikers oder eines Flüchtlings krasse Unterschiede in der Erfahrung des Unterwegsseins nachvollziehen kann.3

Dies sind nur drei Beispiele aus zwei Jahrzehnten einer künstlerischen Produktionsgemeinschaft, die den beiden Beteiligten trotz ihres Faibles für Kollaboration – sowohl miteinander als auch in immer neuen Zusammensetzungen – Raum für eigene Arbeit lässt. Gustav Deutsch feiert mit seinen experimentellen Filmen große Erfolge, zuletzt mit den virtuosen Found-Footage-Kompositionen „Film. Ist. 1 – 6“ (1998) und „Film. Ist. 7-12“ (2002), während Hanna Schimek sich der konzeptuellen Fotografie gewidmet hat.4

Das letzte Jahr stand im Zeichen eines intensiven Forschungsprozesses. Für das interdisziplinäre Projekt „Light | Image | Reality“ luden Deutsch und Schimek KünstlerInnen, WissenschafterInnen, Kunst- und Bildungsinstitutionen aus vier europäischen Ländern ein, sich langfristig auf das Thema von Abbild und Realität mit künstlerischen Mitteln,…

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von Stella Rollig

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