vorheriger
Artikel
nächster
Artikel
Titel: Malerei - z.B. Landschaft · S. 146 - 147
Titel: Malerei - z.B. Landschaft , 1984

Schwarz und weiß…
oder wie man mit einem Hammer malt

Ian McKeever
geb. 1946
lebt in London

Vor ungefähr zwei Jahren sagte ich zu einem Freund: „Ich habe einige Ideen für neue Arbeiten, und ich denke, daß sie am besten als Bilder wirken.“ Er erwiderte: ,,Aber du bist kein Maler.“ Ich wußte nicht, was ich darauf antworten sollte und sagte: „Was hat das damit zu tun?“ An diesem Punkt unseres Gesprächs blickten wir uns beide schuldig an und fühlten die Schuldhaftigkeit des anderen. Ich, weil ich zu verstehen gegeben hatte, daß man malen könne, wenn einen das Gefühl dazu zwingt, und er, weil er der Meinung war, Malerei sei das, was „Maler“ machen, und daß es am besten dabei bleibe. Beide hatten wir gesagt, woran wir glaubten und was wir als richtig erachteten; doch quälender Zweifel erhob sich. Egal, ob zu Recht oder Unrecht, einer war dem anderen auf den Fuß getreten.

Laßt uns sprechen
von Liebe und Haß, von all den Vorurteilen, die wir in die hintersten
Ecken unserer Gedanken drängen Laßt uns fallen
in den Abgrund, der unsere Gedanken trennt, von dem, was wir tun, und
in dieser dunklen Höhle laßt uns unseren Leidenschaften hingeben.
Doch vor allem, laßt uns denken
an die Malerei, ihre Unglaubwürdigkeit.

Angenommen, in der Malerei liegt Wahrheit… Was dann? Ich kann nicht über Malerei nachdenken, ohne gleichzeitig an das Christentum zu denken. Beide erlauben keinen Vergleich, und beide sind voll von derselben widersinnigen Vorstellung, daß dann, wenn man die Oberfläche zu durchdringen vermag und wunderbare Schichten zur…

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei