Titel: Urban Performance I · von Daphne Vitali · S. 48
Titel: Urban Performance I , 2013

Daphne Vitali

Städtische Rêv(e)olution(en) und die Stadt Athen

Athen ist und war schon immer eine Stadt der Widersprüche. Es ist eine Stadt, die zwischen Ost und West balanciert, dem Antiken und dem Heutigen, den Neureichen und den Geringverdienern, den Aufgeschlossenen und den Zurückweisenden, und vielen weiteren widersprüchlichen Gegebenheiten, die man als Bewohner der Stadt erlebt. In den letzten Jahren sind diese Widersprüche angesichts der Wirtschaftskrise noch sichtbarer geworden, denn jetzt steht das Bedürfnis zu träumen und für eine bessere Stadt zu kämpfen, neben dem Bedürfnis zu verbrennen, zu zerstören und gegen alles zu revoltieren, was das Land in seinen jetzigen Zustand gebracht hat. Unter solchen Bedingungen geht Zusammenarbeit oft Hand in Hand mit Kampf, Hoffnung mit Desillusionierung, das Idealbild mit Zerstörung und die Erwartung mit Verfall. Athen ist eine postfordistische Weltstadt mitten in der Wirtschaftskrise, deren öffentliche Räume verloren gegangen sind und zurückerobert werden müssen.

All die aktuellen Probleme der Stadt, wie die steigende Arbeitslosigkeit, die immer stärkere Einwanderung, die steigende Zahl an Drogenabhängigen und Prostituierten, die Schließung von unzähligen Geschäften, haben das Stadtzentrum sich selbst entfremdet und an den Rand der Verödung getrieben. Bereits die Ermordung von Alexis Grigoropoulos – der 15-jährige Junge wurde im Dezember 2008 von Polizisten in der Exarchia-Gegend im Zentrum von Athen getötet – führte zu Jugendprotesten, die in großflächigen Ausschreitungen eskalierten. In den folgenden Jahren kam es, aufgrund von Griechenlands Finanzstatus und dessen Kontrolle durch den IWF, in der Stadt zu unzähligen Streiks, Demonstrationen und Krawallen.

Diese Realität hat die Straßen der Stadt zu Orten des Aufruhrs und der Unruhe werden lassen. Die Repressionen seitens der Polizei nahmen immer weiter zu und erzeugten das Gefühl, extrem überwacht und unterdrückt zu werden. In der Folge erlebten auch die öffentlichen Plätze der Stadt eine durchaus widersprüchliche Situation: auf der einen Seite die massive Besetzung und auf der anderen die totale Entfremdung, Leere und Verlassenheit. Diese Entfremdung, die die Stadt durchlebt, führte aber auch zu einem neuen Erwachen, seit Bürger verschiedenen Alters und verschiedener Klassen aktiv wurden, um, als Hilferuf und als Forderung gleichermaßen, die öffentliche Sphäre für sich zu beanspruchen und sie sich anzueignen.

In den vergangenen Jahren entstanden unter anderem Nachbarschaftsgruppen, städtische soziale Bewegungen, Organisationen für nachhaltigere Lebensweisen, Interessensgruppen (z.B. von Radfahrern) – sie alle verfolgen und erträumen sich eine alternative Vision der Stadt. Die Menschen engagieren sich in sozialen Auseinandersetzungen, neue soziale Zentren wurden geschaffen, selbst organisierte autonome Räume tauchten auf, Guerilla-Gärten entstanden an vernachlässigten öffentlichen Orten und brachten so wieder Leben in die aufgelöste Stadt.

Zur selben Zeit wurden bildende Künstler, Aktivisten, Performer, Schauspieler und Straßenkünstler in der öffentlichen Sphäre immer präsenter, sie regen ein weniger entfremdetes, offeneres und für Begegnungen freundliches öffentliches Leben an. Die künstlerische Praxis wird zum Experiment, das die Frage verfolgt, ob der öffentliche Raum noch immer der „Erscheinungsraum“ als politisch organisierter Raum sein kann, wie Hannah Arendt ihn beschrieben hat. Wie gehen Künstler mit der Situation um, so dass ihr öffentliches Auftreten zum politischen Akt wird? Wie reagieren sie auf die aktuelle Krise, mit der sie konfrontiert werden? In diesem Essay werde ich mich auf künstlerische und aktivistische Performances, Aktionen, Situationen und politische Gesten konzentrieren, die in den letzten Jahren in Athen stattgefunden haben und die mit den jüngsten sozialen und politischen Entwicklungen in Griechenland zusammenhängen.

Auf dem Syntagma-Platz

Der Syntagma-Platz1 ist das Symbol der Aufstände und der Kern der Demonstrationen in Athen. Hier fand die Indignados-Bewegung in Athen ihren Sitz, und auch sonst ist es ein Platz, auf dem politischer Protest in unterschiedlicher Form stattfand. An Karfreitag im April 2011 ereignete sich vor dem Parlament auf dem Syntagma-Platz eine öffentliche Aktion. Sie begann mit einem offenen Aufruf der Gruppe „Maskes“ („Masken“), der über die sozialen Medien verbreitet wurde. Er lautete: „Alle zusammen schaffen wir es! Zwischen einer Arbeitswoche und einem Freizeitwochenende gibt es eine Zeit, gemeinsam unsere Gefühle in einer total absurden Forderung auszudrücken: alles soll verändert werden, was alle denken, dass es verändert werden soll. Sprachlos, bewegungslos, Hand in Hand, wollen wir am Freitagabend zwischen 20 und 21 Uhr auf dem Syntagma-Platz, gegenüber dem Denkmal des Unbekannten Soldaten, alle dieselbe Maske tragen. Zusammen als EIN Gesicht. Jeden Freitag, bis wir Erfolg haben. Vereint euch mit uns in Ohren betäubender Stille!“

Diese Aktion, die man als soziales Experiment betrachten kann, hat ein griechischer Künstler konzipiert, der anonym bleiben möchte. Viele Demonstranten und Menschen jeden Alters ließen sich schon bald davon inspirieren und machten spontan mit. Seitdem die Aktion das erste Mal stattfand, verging die Zeit rasch und die öffentliche Unruhe nahm ständig zu. Menschen begannen auf den Syntagma-Platz zu schwärmen und nach ein paar Wochen wurde in Athen die Indignados-Bewegung gegründet. Zehntausende Menschen füllten nun den Platz mit verschiedenen Anliegen, die eines gemeinsam hatten: die Wut und die Empörung über die politische Situation und die ungerechten wirtschaftlichen Maßnahmen. „Maskes“ war an jedem Freitag am selben Ort zur Stelle. Ständig fragten viele, vor allem Journalisten, nach dem Zweck der Aktion, aber die einzige Antwort darauf war der gedruckte Aufruf (s.o.). Das Bild der Menschen, die eine weiße Masken tragen und eine Kette bilden, wurde zu einem der charakteristischsten und am weitesten verbreiteten Bilder des Indignados-Sommers in Athen.

Eine weitere bemerkenswerte Aktion, die im selben Sommer auf dem Syntagma-Platz stattfand, trug den Titel „Welchen Teil von dir bringt dieses Land um?“ Sie wurde von MARIOS CHATZIPROKOPIOU zusammen mit EIRENE EFSTATHIOU und HYPATIA VOURLOUMIS durchgeführt. Die Künstler entschieden sich, mit dieser Aktion am ersten Tag eines zweitägigen Generalstreiks im Juni 2011 aufzutreten. Wie die Evzones2-Demonstranten hatten sie Gasmasken aufgesetzt und ihre Gesichter mit Maalox eingerieben. Sie trugen einen aus Pappe und Klebeband gefertigten Sarg, der an den Koffer eines Einwanderers erinnerte. Während einer von ihnen im Sarg lag, wurde er von den beiden anderen „bewacht“. Die Evzones-ähnliche Akteure blieben während der Performance für etwa drei Stunden stumm und regungslos. Zuletzt erschienen im Sarg die abschließenden Zeilen von Dimitris Dimitriades’ im Jahr 1978 verfassten Buch „Dying as a Country“ („Als Land sterben“)3 . Die Menschen wurden aufgefordert, auf Zettel zu schreiben, „welchen Teil von ihnen das Land tötete“, und diese dann in den Sarg mit dem „Evzone“ zu legen. Die Antworten waren stark und bewegend und lauteten etwa: meine Würde, die Poesie, meine Libido. Am Ende der Performance, als die Künstler mitten in der Menge mit dem Sarg die Stufen des Platzes hinunterstiegen, klatschten die Menschen emphatisch. Trotz ihres spielerischen und albernen Charakters wurde die Performance in dem besonderen Kontext zu einer alternativen Form des politischen Protests.

Mit Bezug auf die jüngste politische Geschichte Griechenlands wurde auch STEFANOS MANDELOS’ Performance „Lambrakis LivZ“ während desselben Sommers am Maifertag vor dem Griechischen Parlament aufgeführt. Dabei wurde die politische Rede von Grigoris Lambrakis, die er im Juni 1962 in Athen gehalten hatte, nachgespielt. Lambrakis war Friedensaktivist und wurde aufgrund einer paramilitärischen Verschwörung im Juni 1963 in Thessaloniki ermordet. Der Titel der Performance greift den ersten Buchstaben des griechischen Wortes „Zei“ („[Er] Lebt!“) auf, ein berühmtes Graffito, das zum ersten Mal in den Sechzigerjahren auf den Hauswänden griechischer Städte erschien, es war Ausdruck des zunehmenden Protests gegen die Bedingungen, die zum Mord an Lambrakis geführt hatten. Lambrakis wurde zur herausragenden Figur nicht nur für Protest und Politik der griechischen Linken, sondern auch für die Gemäßigten, nicht zuletzt hat seine Person Künstler, Filmemacher und Autoren inspiriert.4 In den letzten Jahren hat sich offensichtlich ein erneuertes Interesse an ihm als politischer Person entwickelt, da er noch immer die Fantasie für jeden sozialen Kampf beflügelt.

Der Künstler und Filmemacher Stefanos Mondelos inszenierte mit dem Schauspieler Spyros Zoupanos die Lesung von Lambrakis historischer und politischer Rede, die das gesamte politische Klima seiner Zeit reflektiert: die Politik des Kalten Krieges, Friedens- und Anti-Atomwaffenaktivismus, Afrikas Kolonialisierung und die Bemühungen von Anti-Kolonialisierungs-Bewegungen, die Militarisierung Deutschlands und der NATO, die kommunistischen Friedenspläne usw.

Die Rede enthält die typisch linke Rhetorik, die damals in Griechenland und anderen Ländern charakteristisch für das polarisierte, sozio-politische Klima dieser Zeit war. Um die Imitation einer vergangenen Ära zu vermeiden, wurden für die Inszenierung im heutigen Athen bewusst keine Requisiten oder Kostüme aus den Sechzigerjahren verwendet. Auf diese Weise wurde das Publikum mit dem Paradoxon konfrontiert, dass eine Rede, die klar ein Teil der Vergangenheit ist, im Reenactment in der Gegenwart ihre aktuellen Bezüge entfaltet.

Für heutige Ohren mag sie überholt klingen, doch finden bestimmte Teile der Rede, die sich auf konkrete Gegebenheiten der Vergangenheit beziehen, einen Widerhall in der heutigen Situation des Landes. Scheinbar blieben Probleme der Vergangenheit bis jetzt ungelöst und unverändert. Dieses Paradox der Gültigkeit und Aktualität des Vergangenen lieferte den Ausgangspunkt für das Reenactment der Rede. Es fand an verschiedenen öffentlichen Orten in Athen zu wichtigen historischen Daten statt, unter anderem am Maifeiertag, dem Jahrestag der Rede (23. Juni 1962) und dem Jahrestag der Befreiung Athens von der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg (12. Oktober 1944). Einer der Orte, an denen die Rede vorgetragen wurde, war außerhalb des besetzten Embros-Theaters in der Psyrri-Gegend.

Das besetzte Embros-Theater

Das besetzte Embros-Theater ist ein öffentlicher Raum, der in den vergangenen Jahren eine bedeutende Rolle in der Athener Kulturszene gespielt hat. Dort wurden verschiedene künstlerische Kollektive gegründet, unzählige Performances, Aktionen, Vorlesungen, Ausstellungen und Stücke waren innerhalb und außerhalb des Theaters zu sehen. Im Embros-Theater präsentierten in den letzten zwei Jahren mehr als 500 Künstler, Theoretiker und Praktiker ihre Arbeit, angefangen von Newcomer-Künstlern und Studenten bis hin zu Universitätsprofessoren und etablierten griechischen und internationalen Künstlern, die über die Grenzen verschiedenster Disziplinen hinweg arbeiten. Wie es in einer Erklärung des MAVILI-KOLLEKTIVS heißt: „Diese Re-Aktivierung ist nicht der Vorschlag eines ‚besseren’ Modells von Produktion und Management, sondern der Vorschlag eines Neu-Denkens, Reagierens und Neu-Machens.“5

Mit „Müll der Geschichte“ von MARGARITA TSOMOU fand im März 2013 im „Embros“ eine weitere Vorlesungs-Performance statt. Sie beinhaltete Dokumentationen und Youtube-Videos vom Syntagma-Platz6 und hinterfragte die Rolle von Handys und Online-Videos in den gegenwärtigen sozialen Bewegungen, indem sie untersuchte, wie Handy-Uploads und Live-Streams zu wichtigen Agenten einer neuen Art der Mobilisierung und Organisation geworden sind. Wie Tsomou erwähnt, „meinte Walter Benjamin mit „Müll der Geschichte“ Momente in der Geschichte, die vergessen oder verdrängt wurden – Bilder, die nie vollendet wurden und als gescheitert bezeichnet werden müssen. Durch eine poetische Analyse von Youtube-Videos aus den Tagen der Syntagma-Besetzung 2011 wirft die Vorlesungs-Performance Fragen sowohl über mediale Repräsentation und politische Abordnung als auch über das kollektive Gedächntis auf.“7 Tsomous Praxis ist „künstlerische Dokumentation“ und „ästhetischer Journalismus“, indem sie den journalistischen Abfall und die Informationen sammelt, die es nicht in die Nachrichten geschafft haben, den „Müll der Geschichte“, wie sie es nennt.

Ortsspezifische Aktionen

Alle bisher genannten Performances haben entweder direkt auf dem Syntagma-Platz stattgefunden oder beziehen sich auf die Besetzung des Platzes. Eine ganze Reihe von Künstlern und Aktivisten wählte jedoch auch andere Orte, besondere Umgebungen und politisch aufgeladene Athener Nachbarschaften aus, um dort ihre Ideen auszudrücken und das Bewusstsein zu sensibilisieren.

Auf einer gegenwärtigen Athener Brache, einem Stück aufgeschütteten Landes zwischen dem Taekwondo-Zentrum und dem „Frieden-und-Freundschaft“-Stadion, einem Areal, das Teil des Olympischen Komplexes von 2004 war, inszenierte die Künstlerin EIRENE EFSTATHIOU eine Lesung von T.S. Eliots berühmtem Gedicht „The Waste Land“ von 1922. Auf Kisten stehend lasen sieben Performer das Gedicht über Spielzeugmegaphone gleichzeitig in sieben Sprachen vor. Auf dem vernachlässigten und völlig vergessenen Bereich des ehemaligen olympischen Geländes, erinnert die Performance „Ödnis in der Wüste“ von 2012 sowohl an die gefeierte und glorreiche jüngste Vergangenheit des „olympischen“ Griechenland, als auch an die Auswirkungen und Folgen, die wir heute durchleben. Außerdem versetzt uns das modernistische Gedicht zurück in eine Zeit, die mit utopischen Idealen, Scheitern und Desillusionierung in der westlichen Welt verbunden wird.8

In der gleichen Athener Gegend, nahe am Meer, inszenierten die italienschen Künstler MATTEO FRATERNO und CESARE PIETROIUSTI wenige Monate nach den Aufständen von 2008 eine Performance, die die Beziehung zwischen Sprache und Protest untersuchte. Unter dem Titel „Körperpolitik: die Wand von Athen“ (2009) griff Fraterno die Slogans von damals auf und übertrug sie auf Pietroiustis nackten Körper, der dann einen ganzen Tag am Strand und in der Gegend herumlief und den menschlichen Körper damit als „Ort“ für politischen Protest benutzte. Auf seinem Körper konnten Passanten Slogans lesen wie „Polizisten, Schweine, Mörder“’, „Mittlerweile töten sie die Gehirne“, „Alles ist gestohlen, alles gehört uns, lasst uns plündern’.9

Als Schauplatz der Studentenrevolte, die sich 1973 gegen die griechische Militärjunta richtete, ist die Polytechnische Universität von Athen eine politisch aufgeladene Örtlichkeit. Das „Drachma-Projekt“10 wählte sie als Ort für die Inszenierung eines Protestes gegen die brutale Verarmung der griechischen Gesellschaft. Am 24. Oktober 2011 hängte der deutsche Künstler OLAV WESTPHALEN über das Tor der Universität an der Patission-Straße einen großen Druck seiner „Zeichnung meines letzten Deutsche-Mark-Stücks“, die er 2000 kurz nach Abschaffung der Deutschen Mark gezeichnet hatte. Auf Einladung vom „Drachma-Projekt“ hing das Kunstwerk dort etwa zwei Monate lang.

Die Ausstellung des gezeichneten Ein-Mark-Stücks an diesem besonderen Ort hat im Kontext der aktuellen Wirtschaftskrise, die Athen verwüstet hat, viele Konnotationen. Wie der Wirtschaftswissenschaftler, Philosoph und Künstler des „Drachma-Projekts“ Georgios Papadopoulos schrieb: “Die Abhängigkeit Griechenlands von ausländischer, vor allem deutscher, finanzieller Hilfe, hat schwere Auswirkungen auf die politische Souveränität des Landes und auch auf das Wohlergehen seiner Bürger.

Geld- und Fiskalpolitik sind ins Zentrum des öffentlichen Diskurses und der Regierungsentscheidungen gerückt und ersetzen so politische Rücksicht auf die nationale Unabhängigkeit, soziale Gerechtigkeit und sogar die Demokratie durch die Gebote der Wirtschaftspolitik. Die Wichtigkeit des Geldsystems wird offensichtlich, denn es ist beides, sowohl die Ursache, als auch die Lösung für viele Probleme der griechischen Gesellschaft. Mit dem Euro kommen Sparmaßnahmen (und Korruption), ohne ihn wahrscheinlich Chaos und Armut. Natürlich bleibt die Frage, wie die Kosten für die Restrukturierung Griechenlands verteilt werden sollen, und wie die Verhandlungen demokratisch geführt werden können.”11

Die Zeichnung der Mark ist ein Symbol für wirtschaftlichen Wert, nationale Identität und politische Macht, ihre Präsentation verbindet die griechische Krise mit der europäischen. Ihre unheimliche Präsenz unter politischen Plakaten, Slogans und unter den vorbeieilenden Menschen verschiebt die Perspektive von der harten Realität der Wirtschaftskrise zum imaginären Status des Geldes. Der besondere Ort, an dem die Zeichnung hing, erinnert die Griechen an ein tragisches Ereignis während der Studentenrevolte im Jahr 1973, als ein Panzer das Tor der Universität durchbrach und viele Studenten tötete; eine grausame und herzlose Tat, die sich tief in das kollektive Gedächtnis des Landes eingeprägt hat.

Eine weitere symbolische und doch aktivistische Aktion, die auf das Problem des Drogenhandels aufmerksam machte, fand in Exarchia statt (der Nachbarschaft, in der Alexis Grigoropoulos ermordet wurde), einem jungen und extrem linken Zentrum, das unter illegalem Drogenhandel leidet. Veranstaltet wurde die Aktion teils von Künstlern, teils von Bewohnern von Exarchia, sie sind Betroffene des Paradoxons der polizeilichen Repressionen und des Guerillakrieges zwischen Staatsmacht und Drogenabhängigen, der sich in der Nachbarschaft seit ein paar Jahren abspielt.12

Die Aktion beinhaltete die Gestaltung von Straßenschildern und Schablonenbildern – sie kommentierten die Beteiligung der Polizei im Drogenhandel – und deren Installation in den Straßen von Exarchia. Die Aktion wurde Monate vorher in einem geschlossenen Raum vorbereitet und dann in zwei aufeinanderfolgenden Nächten von zwölf Leuten ausgeführt, die das Riskio auf sich nahmen, von der Polizei oder den Überwachungskameras entdeckt zu werden. Zwischen dem 15. und 18. Dezember 2012 standen die Schilder drei Tag lang auf den Straßen, manche Schablonenbilder sind heute immer noch auf den Gehwegen sichtbar. Die Teilnehmer sahen in der Aktion „die Initiative einer Gruppe, die die Unfähigkeit des Staates, aber auch die Probleme von Bürgerbewegungen und anti-autoritären Gruppen beim Kampf dagegen kommentiert”. Die Guerilla-Intervention setzte in der Stadt ein Zeichen gegen den hoffnungslosen Zustand des alltäglichen Lebens, wie ihn die Bewohner dieser zentralen Athener Gegend erleben.

Die Stadt mit ihren öffentlichen Räumen ist ein Ort, an dem sich Menschen unterschiedlicher Klassen, Altersstufen und Rassen mischen und der dabei ein gemeinsames und vorübergehendes Leben entstehen lässt. Die Gemeinschaftlichkeit dieses Lebens wurde Urbanisten, Architekten und Intellektuellen Gegenstand von Kommentaren und vielen zeitgenössischen Künstler zum fesselnden Thema. Viele künstlerische Kollektive, die in den letzten Jahren in Athen aktiv waren und Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen einschließen, haben großes Interesse am immer wiederkehrenden Konzept des Gemeinschaftlichen gezeigt. Die Künstler setzen sich für das Allgemeinwohl ein und sie beschäftigen sich mit Inhalten, die mit der aktuellen Biopolitik zusammenhängen, um über Arten des Widerstandes und des Überlebens angesichts der durch die aktuelle Krise hervorgerufenen Blockaden zu sprechen. Inspiriert durch die Schriften Hardts und Negris, die fordern, „die Großstadt als Fabrik für die Produktion des Gemeinsamwohl“ zu sehen, betrachten diese Kollektive die Stadt als Einstiegspunkt für anti-kapitalistische Kritik und politischen Aktivismus.

Außerdem führt das Konzept der „commons“ die Idee weiter aus, dass in der heutigen Welt die Herstellung von Reichtum und Sozialleben stark von Kommunikation, Kooperation, Affekten und kollektiver Kreativität abhängt. Das besetzte Embros-Theater (s.o.) ist so ein Ort, der Begriffe wie Zusammenarbeit und Teilhabe als existentiellen Kern betrachtet. Kollektive Kreativität entsteht dort durch die Teilnahme an Vielem und am Vielfältigen.

Kollektive im Embros-Theater

Im April 2013 initiierte das Netzwerk für Nomadische Architektur13 – ein interdisziplinäres Netzwerk aus Architekten, Künstlern, Kollektiven und Einzelpersonen –, im Embros-Theater eine Aktion unter dem Titel: „(Mit Nägel und Zähnen entspricht dt. mit Händen und Füssen) für unsere Rechte: Gemeinschaften zusammen am Embros-Theater“. Die Mitglieder des Kollektivs betrachten Embros als gemeinsames Gut, und mit ihrer Aktion wollten sie den Raum für alle die Stadt bewohnenden Gemeinschaften öffnen, unabhängig von Herkunft, Rasse, Geschlecht und Alter. Die Intention dabei war, zusammenzukommen, um frei alles auszudrücken, was lebenswichtig ist, woran wir uns halten und wofür wir aufstehen wollen in einer Zeit, in der sogar die einfachsten und notwendigsten Dinge vor unseren Augen verschwinden – alle diese Dinge, um die wir mit „Nägel und Zähnen“ kämpfen, um sie nicht zu verlieren. Die Aktion umfasste multikulturelles und multilinguales Theater, Tanz und Musikperformances, Gedichtvorträge, persönliche Erzählungen, kollektives Kochen und Essen. Ihr Hauptziel bestand darin, verschiedene Gruppen von Menschen zusammenzubringen und uns zu verbinden, indem wir einen gemeinsamen emotionalen, ideologischen und physischen Raum finden, und Embros zu einem Platz des Austausches, der Diversität, der Koexistenz und der Schöpfung für alle machen.14 Und so heißt es im „Aufruf”:

„Me nychia ke me dontia“, das bedeutet wörtlich: „mit Händen und Füssen”. Im Griechischen ist es auch ein Ausdruck, der „mit all unserer Kraft” bedeutet. „Kraft” bedeutet in diesem Zusammenhang Macht, Anstrengung, Leidenschaft. So viel zu versuchen, wie wir können. „Kraft“ heißt auch „Möglichkeit”: Es soll passieren. Es könnte passieren. Es kann passieren. Ein passender Zufall, denn es können so schöne Welten entstehen, wenn wir zusammenkommen. Es KANN passieren, denn zusammen können wir es passieren lassen. Mit all unserer Kraft. Das kann kein Zufall sein. Wir untersuchen was passieren kann, die Möglichkeiten, die aus unserem Zusammensein entstehen können. Die Möglichkeiten für ein besseres und menschlicheres Leben, wenn wir alle mit unseren menschlichsten Bedürfnissen und Hoffnungen zusammenkommen, mit unseren Rechten. Im Embros-Theater ist niemand ein Fremder. Wir alle sind in dieser und aus dieser Stadt. Wir alle haben „Nägel und Zähne“. Wir alle haben „Mach’“. Es ist Zeit, dass wir über unsere Verschiedenheiten hinweg sehen und darauf blicken, was uns vereint.”

Können wir die von Massen bevölkerte Stadt für die Masse zurück fordern? Das „Netzwerk für Nomadische Architektur“ betrachtet die Masse als Hauptantriebskraft der Metropolis mit all ihren Kontroversen, Kollisionen und unterschiedlichen Gemeinschaften. Sie schlagen eine Neuverteilung der öffentlichen Sphäre als Gemeingut vor; als eine geteilte Ressource erzeugt durch eine neue Vermessung der Stadt. Das Kollektiv regte eine Serie von „Vermessungen“ des historischen Kerns von Athen mit Hilfe von Liedern an. Sie luden Menschen dazu ein, ein Lied ihrer Wahl in irgendeiner Sprache zu singen und dabei einer Straße der Athener Innenstadt zu folgen. Den Weg und das Lied, das jemand wählte, zeigte seine oder ihre persönliche Geschichte und Verbindung zur Stadt. Die Lieder und Routen wurden über soziale Medien verbreitet und jeder, der wollte, konnte daran teilnehmen. Die Aktion wurde mit einer Diskussion am Embros-Theater eröffnet, und dann folgten Gruppen von Menschen, die verschiedene Lieder sangen, verschiedenen Routen durchs Stadtzentrum. Immer mal wieder trafen sich die Gruppen und Routen und Lieder vermischten sich. So potenzierte sich das Engagement und es entstand eine Verbindung zwischen den Geschichten, den Menschen und den Plätzen, sie zielte auf eine „Neuverteilung“ des öffentlichen Raumes und hob die Wichtigkeit des Teilens solcher „Ressourcen“ hervor, indem sie eine vorübergehende Gemeinschaft erzeugte.

Im Herz der Dunkelheit träumen

Ebenso kollektiv arbeitet die Gruppe „Guerilla Optimists“.15 Für eine ihrer Aktionen wählten sie den Omonoia-Platz, Athens „Herz der Dunkelheit“, wo materielle und soziale Not, Abhängigkeit und Verzweiflung vorherrschen. Im Februar 2013 machte die Gruppe das Experiment, in Athen kollektiv zu träumen.16 Etwa einen Monat lang schliefen die Mitglieder des Kollektivs gegenseitig in ihren Häusern und tauschten sich jeden Tag über ihre Träume aus. Nach dem ersten Monat verlegten sie ihre Aktionen in den öffentlichen Raum, auf den zentralen und unruhigen Omonia-Platz17. Sie setzten sich zu den Drogenabhängigen und sprachen mit deren Kindern, bevor sie sich mitten auf dem Platz auf den Boden legten, um zu träumen. Die „Guerilla Optimists“ hatten verkündet, dass sie ihre Aktionen ein ganzes Jahr lang fortführen wollen, um zu sehen, wie das unsichtbare Netz von Träumen das kollektive Unbewusste eines öffentlichen Raums verändern kann. Geräuschkulissen, Texte, tägliche Protokolle, Karten, Videos und Bilder wurden erstellt und täglich auf ihrem Blog gepostet. Das Kollektiv erklärt:

“ Für uns kommen Träume, die Visionen des Schlafes, an erster Stelle und dann erst die Visionen des wachen Geistes. Trotzdem sind wir offen für die Wege, in denen das, was wir für real halten, in Wirklichkeit ein Traum ist. Wir bemühen uns, klar zu sehen, wenn unsere Augen offen sind (…) Wir beschwören unseren Optimismus, wenn es keine Hilfe gibt. Wir ziehen Kraft aus kollektiven Aktionen, die mit nichts als einem absurden Sinn für Humor und dem Glauben gemacht wurden, dass soziale Konventionen veränderbar sind. Wir berühren die Welt um uns herum und lassen sie unsere Haut durchdringen. (…) Lasst uns zusammen hinlegen, unsere Körper auf den vergessenen Gründen unserer eigenen Städte, und lasst unsere Träume sich mischen. So legen wir als Guerilla-Optimisten nahe, dass wir, wenn wir in unseren Träumen zusammen fliegen, die Welt verändern werden.”18

Der Wunsch und der Versuch der Künstler, kollektiv und öffentlich im Herzen einer nun „zerstörten“ Stadt zu träumen, ist ein Weg, ihre Aufmerksamkeit auf das Positive zu richten, um ihre verletzliche Kraft zu sammeln, um auf den Puls der Stadt zu hören, um die urbanen öffentlichen Räume zurückzuerobern, damit neue Möglichkeiten der Existenz entstehen.

Irgendwo zwischen Traum und Protest haben Künstler in Athen symbolische oder buchstäbliche, absurde oder praktische Arbeiten geschaffen, um zu kommentieren, zu verändern und mitzuteilen was sie in dieser komplexen und facettenreichen Stadt erleben. Künstler, als auch Bürger haben einen fruchtbaren Grund für aktive Teilhabe und kollektive Arbeit an und in der öffentlichen Sphäre gefunden, mit ihren Interventionen und der Herstellung von Situationen wollen sie öffentliche Effekte erzeugen. Die allgemeine Tendenz zu kollaborativen und gemeinschaftsbezogenen Formen der künstlerischen Praxis, wie sie auch in Athen anzutreffen ist, ist ein Mittel, durch das Künstler „noch enger in die Produktion eines neuen sozialen Wissens eingeschlossen werden.”19

Im jetzigen Zustand der Auflösung von Plätzen, von Eigentum, ist die öffentliche Sphäre als „offenes Haus’“ für die Einwohner und die Künstler der Stadt betrachtet worden. Sie ist ein Ort der Beteiligung, an dem sich viele Identitäten treffen und gegenüberstehen, und wo ein kreativer Austausch entstehen kann. Heute legen künstlerische Kollektive viel Wert auf den Umgang und den Glauben an das Potential sozialer Interaktionen, die einer sozialen Agenda folgen. Derartige Kollektive tendieren dazu, mit wechselnden Mitgliedern aus verschiedenen Disziplinen nicht dauerhaft, sondern Projekt bezogenen zusammenarbeiten. Wie Blake Stimson und Gregory Sholette forderten, „kümmern sie sich um das soziale Sein im Hier und Jetzt (…), sie beschäftigen sich mit dem sozialen Leben als Erzeugnis und als Medium des Ausdrucks.“20 Wenn es das Ziel ist, die Gesellschaft zu verändern, dann ist die Zusammenarbeit der beste Ausgangspunkt, eine Veränderung herbeizuführen.

Übersetzung aus dem Englischen: Jessica Deringer
ANMERKUNGEN
1 Syntagma bedeutet Verfassung auf Griechisch.
2 Evzones ist der Name für die Mitglieder der Präsidentengarde, eine zeremonielle Eliteinheit, die den Griechischen Sarg des Unbekannten Soldaten, den Präsidentensitz und das Tor des Evzones-Camp in Athen bewacht. Die Einheit ist auf der ganzen Welt für ihre einzigartige traditionelle Uniform bekannt. […] Das auffälligste Stück dieser Uniform ist die fustanella, ein Kilt-ähnliches Gewand. Ihre Tapferkeit und die auffällige Kleidung machten sie zu einem berühmten Bild für die griechischen Soldaten, vor allem bei Ausländern. (http://en.wikipedia. org/wiki/Evzones)
3 Ein zentraler Roman von 1978 über die vielen Probleme und Katastrophen eines Landes in der Krise, verursacht nicht nur durch externe Faktoren, sondern vor allem durch interne Korruption und Fäulnis, die auf allen Ebenen existiert.
4 Das Leben und der Tod von Grigoris Lambrakis inspirierte den Autor Vassilis Vassilikos zu seinem politischen Roman „Z“. 1969 machte der griechisch-französische Regisseur Costas daraus einen Film gleichen Namens.
5 Am 11. November 2011 besetzte das Mavili-Kollektiv, eine Gruppe von Künstlern und Theatermachern, das leerstehende Gebäude des Embros-Theaters und entwarf ein intensives Programm an Aktivitäten. Sie präsentierten die Besetzung als „Reaktivierung“ und schlugen zunächst ein Zwölf-Tage-Programm vor, das Künstler, Theoretiker, Tanz- und Theatermacher, Architekten und die Öffentlichkeit zusammenbringen sollte. http://www.gopetition.com/petitions/save-embros-in-greece-culture-under-threat.html).
6 Diese Performance wurde im Rahmen des Fatzer-Brecht-Workshops vom Mühlberger Theaterfestival organisiert. Die Vorlesung wurde zunächst in der Video-Vortex-Konferenz an der Universität Lüneburg gehalten und sollte der deutschen Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Wiederholung der Vorlesung im Embros-Theater von Athen war ein Experiment, ein Gespräch mit den Menschen zu starten, die diese Zeiten erlebt haben und noch immer im Athen der Post-2011-Syntagmaplatzbewegung leben.
7 Aus einer Email von Margarita Tsomou an die Autorin.
8 Wasteland in the Wasteland ist eine Performance von Eirene Efstathiou unter Beteiligung von Marios Chatziprokopiou, Maria Michou, Tereza Papamichali, Hypatia Vourloumis, Mirto Xanthopoulou, und Mary Zygouri. Die Performer trugen das Gedicht von T.S. Eliot auf Portugiesisch, Englisch, Griechisch, Polnisch, Französisch, Finnisch und Italienisch vor.
9 Diese Performance fand im Rahmen der Zweiten Athener Biennale für die Sektion Himmel – Leben statt, die von Dimitris Papaioannou und Zafos Xagoraris kuratiert wurde.
10 Drachma ist eine Forschungsinitiative von Künstlern und Theoretikern verschiedener Disziplinen mit Interesse an der wirtschaftlichen Realität Griechenlands und der griechischen Währung als Manifestation dieser Realität. (http://drachmaproject.tumblr.com/)
11Auszug aus der Pressemitteilung des Drachma-Projektes
12 Die Beteiligten an dieser Aktion möchten anonym bleiben.
13 Das Netzwerk für „Nomadische Architektur“ untersucht den öffentlichen Raum, Länder in der Krise, städtische Veränderungen und deren kulturelle, soziale und politische Folgen. Es versucht, Methoden, Praktiken und konzeptuelle Werkzeuge für Architekten zu finden, damit sie in die moderne Stadt eingreifen können. www.nomadikiarxitektoniki. net.
14 Von http://www.embros.gr/palies-ekdeloseis/me-nukhia-kai-me-dontia/
15 “Guerrilla Optimists” sind durchlässiges Kollektiv Einzelner die sich mit ephemeren Aktionen in der Stadt Athen engagieren. Am Traumprojekt wirkten mit: C. Amalia Charikiopoulou, Alexandros Georgiou, Rosina Ivanova, Jennifer Nelson and Manos Tsatiris. (http://www.socialsatisfaction. org/socialdreamlab/tag/guerrilla-optimists/
16 Diese Aktion wurde in Verbindung mit einem Projekt über Soziales Träumen am De Young Museum in San Francisco durchgeführt.
17 Der Omonia (Eintracht) –Platz in Athen ist ein wichtiges Zentrum der alten Stadt, um die herum es jeden Tag Märkte, Einwanderer, und Drogenabhängigkeit gibt. Früher war es ein Touristenzentrum, heute ist es ein Zentrum der Verzweiflung.
18 Aus einer Email der Künstler an die Autorin.
19 Nikos Papastergiadis, in ‘The Global Need for Collaboration” (Die weltweite Notwendigkeit der Zusammenarbeit), (http://collabarts. org/?p=201)
20 Blake Stimson and Gregory Sholette, in Nikos Papastergiadis, Cosmopolitanism and Culture, Polity Press, Malden, 2012, p.160.
Daphne Vitali

Kunsthistorikerin and Kuratorin in Athen und Rom. Sie studierte Kunstgeschichte am Camberwell College of Arts und Zeitgenössiche-Kunst-Theorie an der Goldsmiths University in London. Nachdem sie einige Jahre als freie Kuratorin gearbeitet hatte, stieß sie zum Kuratorenteam des National Museum of Contemporary Art in Athens (EMST), wo sie zahlreiche Ausstellungen und Projekte griechischer und internationaler Künstler kuratierte. Darunter: In Present Tense: Young Greek Artists, Expanded Ecologies: Perspectives in a Time of Emergency, und die neue Serie EMST Commissions für den Projektraum. Sie veröffentlichte Essays über zeitgenössische Kunst, organisierte und moderierte viele Gespräche mit Künstlern und Theoretikern, und gab zahlreiche Künstler-Kataloge heraus.