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Ausstellungen: Hannover · von Michael Stoeber · S. 350 - 351
Ausstellungen: Hannover , 2001

Michael Stoeber
Stephan Huber

Kunstverein Hannover, 31.3. – 3.6.2001

Der Auftakt könnte charakteristischer nicht sein! Stephan Huber beginnt seinen Ausstellungsparcours im hannoverschen Kunstverein vom Ende her, dreht also die gewohnte Präsentationsordnung um und stellt sie auf den Kopf. Die Inversion, die Verkehrung, ist eine alte rhetorische Figur und gehört neben der Wiederholung, der Metonymie und dem Oxymoron zu den Lieblingstopoi des Künstlers aus dem Allgäu, der sich selbst einen modernen Allegoriker aus dem Geist des süddeutschen Barocks und des lateinischen Katholizismus nennt mit einer prononcierten Vorliebe für den belgischen Surrealismus. Aus diesen Neigungen und Zugewandtheiten heraus schafft Huber seine Bilder, die auf faszinierende Weise karg und reich, hermetisch und klar, lakonisch und erzählerisch zugleich sind. In ihnen zeigt sich der Einfluss der Minimal Art, mit der Huber groß geworden ist, ebenso wie der Hang, deren rationale Strenge zu überwinden. Zu überwinden mit Hilfe von bildhaften Rauminstallationen, die Geschichten eher andeuten als ausbreiten und in denen die Subjektivität des Künstlers aufscheint und zugleich auch wieder verschwindet. Insofern darf man den Titel der hannoverschen Schau “7,5 Zi.-Whg. f. Künstler, 49 J.” nicht missverstehen. Er signalisiert nicht den Rückzug des Künstlers ins Private. Ganz im Gegenteil! Die eigenen Erfahrungen sind für Huber stets nur Ausgangspunkt künstlerischer Reisen, an deren Ende auch für den Betrachter verbindliche und ihn bindende Erfahrungen stehen.

Den Auftakt macht eine Arbeit aus dem Jahre 1997, “Trägerstaffel”. Ein schwarzer Designeranzug hängt an der Wand und führt als zierliche Stickerei die Namen aller Sherpas auf, die seit der Erstbesteigung des Mount Everest bis zur…


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