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Ausstellungen: Tokio · von Reinhard Ermen · S. 407 - 407
Ausstellungen: Tokio , 2001

REINHARD ERMEN
Takashi Murakami

„summon monsters? open the door? heal or die?“
Museum of Contemporary Art, Tokio, 25.8. – 4.11.2001

Der Titel paraphrasiert sich nach einem Popsong von Sigeru Kishida zusammen. Was dort noch namenlos ist, sind jetzt die bestellten Monster. Doch die Frage bleibt, ob beim Öffnen der Türe Heilung oder Tod kommt. Anspielungsreich wird so auf die durchaus explosive Mischung dieser Kunst verwiesen, die Takashi Murakami in Tokios beste Stube zeitgenössische Kunst betreffend (Museum of Contemporary Art Tokyo, kurz MOT) mitgebracht hat. Für den Kurator Yusuke Minami ist das eine paradoxe Überwältigung: „When we are faced with Murakami we can only stand and cry out ‚I am against being for it.'“

In der Tat lässt der Senkrechtstarter der japanischen Kunstszene keinen kalt. Murakami produziert, herausgefordert von der virtuellen Sogkraft der heimischen Manga Comics und ihrer Spielarten im Animationsfilm eine hypertrophe Popart, angesichts deren Übertreibungen Figuren wie Rauschenberg oder Warhol wie Protagonisten aus einem Tante Emma Laden erscheinen. Das sah nicht von Anfang an so aus. Ursprünglich zu einer Art Meister traditioneller Malerei ausgebildet und von der National University of fine Arts and music promoviert (Dissertation: „The Meaning of the nonsense of the meaning“) wandte er sich 1993 abrupt von der traditionellen Malerei ab (gelegentlich hat man in seinen Kompositionen, die keine Kompositionen sind, noch das Gefühl ein ‚japanisches‘ Raumgefühl spiele mit), um dann im Parforceritt die Bastionen des müde gewordenen Kunstbetriebs zu nehmen. Bei dem Hochbegabten geht alles rasend schnell, eiskalte Perfektion, makellose Oberflächen sind sein Ideal. Von dem brillanten Katalog…



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