Titel: Biennalen-Konferenz · von Susanne Boecker · S. 220
Titel: Biennalen-Konferenz , 2006

Susanne Boecker

The Biennale Complex

Biennalen-Konferenz Singapur, 31.8. – 2.9.2006

Im Jahr 2000 setzte man sich in Kassel erstmals an einen Tisch: René Block, künstlerischer Leiter der Kunsthalle Museum Fridericianum, lud gemeinsam mit dem Institut für Auslandsbeziehungen zur internationalen Konferenz „Biennalen im Dialog“. Angesichts eines regelrechten Biennalebooms mit immer neuen Veranstaltungen auf der ganzen Welt, schien es nicht nur wichtig, für einen Überblick zu sorgen, sondern auch die Vernetzung der einzelnen Institutionen untereinander in Gang zu bringen (siehe Kunstforum Band 152). Im Jahr 2002 lud das ifa-Institut unter dem kritischen Motto „Austausch oder globaler Inzest?“ zu einer Folge-Konferenz nach Frankfurt ein (siehe Kunstforum Band 161). Vier Jahre später hält der Biennale-Boom weiter an. So eröffneten beispielsweise in Asien zwischen September und Dezember 2006 die Singapur-Biennale, die Shanghai-Biennale, die Gwangju-Biennale, die Busan-Biennale, die Taipei-Biennale und die Asia-Pacific-Triennale. Gerade auch Länder, in denen es (noch) keine museale Infrastruktur zur Präsentation zeitgenössischer Kunst gibt, scheinen diese Form der internationalen Großausstellung im Zweijahresrhythmus zu favorisieren. So wurden allein in Indonesien zwischen September 2005 und Mai 2006 fünf Biennalen in vier Städten gezeigt. Angesichts dieser Entwicklung wird die Lage im internationalen Ausstellungsbusiness zusehends komplizierter. Schon kommt es zu Konkurrenzsituationen, wenn ein angefragter Künstler nicht an zwei oder drei Orten gleichzeitig arbeiten kann. Auch das Werben um die Sponsoring-Partner und andere Geldgeber, die ja oft auch global agieren wie etwa UPS oder die Deutsche Bank, ist nicht einfacher geworden.

Vor diesem Hintergrund kam die Einladung des ifa-Instituts zu einer dritten Biennale-Konferenz eigentlich genau zur rechten Zeit. Organisiert in Zusammenarbeit mit…

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