Ausstellungen: Basel · von Stephan Berg · S. 336
Ausstellungen: Basel , 1992

Stephan Berg

Transform

BildObjektSkulptur im 20. Jahrhundert

Kunstmuseum und Kunsthalle Basel, 14.6. – 27.9.1992

Angefangen hatte alles ganz klar, einfach und übersichtlich. 1980 und 1984 gab es in Basel zwei große Skulpturenausstellungen, die sich mit wichtigen Positionen plastischen Schaffens im 20.Jahrhundert auseinandersetzten. Nachdem man bereits in der 84er-Ausstellung den wesentlichen Einfluß von Malern auf die Bildhauerei dieses Jahrhunderts entdeckt hatte, lag es nahe, das vom Doyen der Basler Kunstszene, dem Galeristen Ernst Beyeler, initiierte Projekt mit einer dritten Ausstellung, die sich dem Thema „Skulpturen von Malern“ widmen sollte, abschließend zu komplettieren. Ein Vorhaben, das nicht nur deswegen Sinn macht, weil es bis zum heutigen Tage noch nie konsistent aufgearbeitet wurde, sondern auch, weil die befruchtende Wirkung, die das skulpturale Schaffen großer zeitgenössischer Maler auf die plastischen Ausdrucksformen unserer Zeit hatte und hat, in der Tat kaum hoch genug einzuschätzen ist.

An erster Stelle muß in diesem Zusammenhang – naturgemäß – Picasso genannt werden, der ab 1910 ein plastisches Werk erarbeitete, das das Medium schon insoweit revolutioniert, als er im Gegensatz zu einer jahrhundertealten Tradition seine Arbeiten weder aus einer Masse modellierte, noch aus einem Block herausformte. Sein 1912 entstandenes Kartonmodell „Maquette pour la guitare“ ist ein aus einzelnen Elementen zusammengefügter Zwitter, der – weder Skulptur noch Relief – eher wie ein objekthaftes Bild zu betrachten ist und damit der skulpturalen Palette völlig neue Darstellungsformen und – denkt man an seine objekthaften Stillebenassemblagen – auch neue Motiv- und Themenkreise eröffnet.

Noch früher als Picasso, nämlich bereits um 1900, wendet sich Henri Matisse der Skulptur zu, die in…

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