Gespräche mit Künstlern · von Ulli Moser · S. 306
Gespräche mit Künstlern , 1992

»Das visuelle Denken schreibt sich in jene Spalten ein, die das Denken offenläßt«

EIN GESPRÄCH VON ULLI MOSER

Hubert Scheibl wurde 1952 in Gmunden, Oberösterreich, geboren. Von 1976 bis 1982 studiert er an der Akademie der bildenden Künste Malerei bei Max Weiler und Arnulf Rainer.1981 stellt Wilfried Skreiner, langjähriger Direktor der Neuen Galerie Graz und intensiver Förderer österreichischer Malerei, Werke Hubert Scheibls in der Gruppenausstellung „Neue Malerei in Österreich“ vor.1991 war es wieder „Junge Kunst aus Österreich“ in den Hamburger Deichtorhallen, in deren Rahmen Arbeiten Scheibls zu sehen waren.Im selben Jahr widmet ihm auch die New Yorker Jack Tilton Gallery, die seit 1984 regelmäßig seine Arbeiten vorstellt, eine Einzelausstellung.Die Galerie Thaddaeus Ropac zeigt junge Arbeiten 1991 in Paris, die auch in Milano bei „Gian Ferrari Arte Contemporanea“ zu sehen war.1992 sind seine jüngsten Werke in der Galerie Ropac, Salzburg, zu sehen. Gleichzeitig lief eine Einzelpräsentation im Salzburger Kunstverein.Das Interview mit Hubert Scheibl ist Ergebnis zahlreicher Gespräche, die wir im Laufe dieses Jahres geführt haben.

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U. M.: Der Tod des Tafelbildes, das Ende der Malerei. Seit Duchamp tauchen diese Negativvisionen immer wieder auf. Wie gehst du als Maler mit solchen „Verkündigungen“ um?

H. S.: Es stellt sich vor allem die Frage: Wie definiert sich die Position der Kunst heute ganz allgemein? Man kann diese Fragestellung nicht allein auf die Malerei anwenden. Es betrifft natürlich am stärksten die „klassischen“ Kategorien wie Skulptur und Malerei. Da passiert in Wellen eine Verschiebung der Aufmerksamkeit und Bewertung. In dieser spezifischen Bewegung von Wiederholung und Erneuerung spielt sich wahrscheinlich auch…

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