Ausstellungen: Salzburg · von Cornelia Gockel · S. 444
Ausstellungen: Salzburg , 2001

Cornelia Gockel

Volxhochschule

Salzburger Kunstverein, 31.5. – 27.7.2001

Nur glückliche Gesichter. Lachend und schwatzend betritt eine junge Familie das Foyer im Amerika-Haus. Hell und freundlich sieht es hier aus. Konsequent modern die Einrichtung. Und was es hier alles gibt: Internationale Zeitschriften, Bücher, Filme. Sogar an die Kleinsten wurde gedacht. Bildung für alle. Im Auftrag des US Information Service (USCOA) drehte Georg Tressler 1952 diesen Kurzfilm über das Amerika-Haus in Linz. Es war eine Zeit, in der die Menschen in Deutschland und Österreich nicht mehr an die dunkle Seite des Krieges und der Nazi-Zeit erinnert werden wollten, sondern Anschluss suchten an die internationale Entwicklung. Damals entstanden in vielen Städten Amerika-Häuser, die diesen Wissensdurst stillten und neben den aktuellen Informationen auch noch amerikanische Wertvorstellungen vermittelten. Wissen ist schließlich Macht.

Die Berliner Künstlerin Meike Schmidt-Gleim hat den Film für ihre Installation in der Ausstellung „Volxhochschule“ minimal bearbeitet und ihn auf die Leinwand einer hölzernen Rednertribüne projiziert, die Gustav Klutsis 1922 einmal für Lenin entworfen hat. Volksbildung zweier Großmächte? Daneben liegen fünf Stapel mit Plakaten zum Mitnehmen bereit. Meike Schmidt-Gleim hat darin die Herkunft des X im Wort „Volxhochschule“ untersucht. Mit den Fotografien von besetzten Häusern und Demonstrationszügen werden linke Mythen wieder zum Leben erweckt. Ob das X nun seinen Ursprung bei „Malcom X“ oder der „Volxküche“ hat, kann und soll damit aber nicht abschließend geklärt werden.

Mit der Ausstellung „Volxhochschule“ im Salzburger Kunstverein wirft der Kurator und Theoretiker Marius Babias Fragen zum Bildungssystem auf. Aktueller Anlass war die sogenannte „Bildungsoffensive“, mit der neoliberale Politiker seit Ende der 90er…

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