Titel: 49. Biennale von Venedig · von Susanne Boecker · S. 198
Titel: 49. Biennale von Venedig , 2001

Ungarn

Tamás Komoróczky, Antal Lakner

Kommissar: Julia Fabényi

Stellvertretender Kommissar: Barnabás Bencsik

Im ungarischen Pavillon ist für Beschäftigung gesorgt. Allerhand Maschinen bieten die Möglichkeit, Alltagstätigkeiten zu trainieren. Das Schubkarreschieben beispielsweise – hier ermöglicht durch eine ausgeklügelte Konstruktion aus Laufband und Gewicht, die jedem Fit-ness-Studio zur Ehre gereichen würde. Was die „Handy Press“-Geräte anbetrifft, so scheint ihr Erfinder, der ungarische Künstler Antal Lakner (Jg. 1966) seiner Zeit ein wenig vorausgeeilt zu sein: noch drücken ja alle mit wahrer Hingabe auf die Tastatur ihrer „echten“ Geräte. „Social Intercourse. Projects for Communication and Recreation“ lautet der Titel der Schau im ungarischen Pavillon. Neben Lakners Geräten gibt es eine Tapeten-Installation von Tamás Komoróczky (Jg. 1963) zu bestaunen – ein wildes und gleichwohl in eine gewisse dekorative Ordnung gebrachtes Wirrwarr visueller Assoziationsfetzen. Um es präziser zu sagen: Die Projekte von Komoróczky kreisen um die narrative und visuell-ikonische Darstellung der psychologischen Störung OCD (Obsessive Compulsive Disorder). Wem das alles zu psychedelisch wird, der kann eines der vor der Tür geparkten „Art Mobile“ aus Antal Lakners Geräteproduktion besteigen und sich trampelnd in Richtung des nächsten Pavillons aus dem Staub…

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