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Ausstellungen: Stuttgart · S. 309 - 310
Ausstellungen: Stuttgart , 1988

Johannes Meinhardt
Walter de Maria: 5 Kontinente Skulptur

Staatsgalerie, 5.12. 1987 – 6. 3.1988

Ein bemerkenswertes Licht auf die Geschichte der Werke von WALTER DE MARIA (geb. 1935) wirft seine Freundschaft mit La Monte Young, die 1959-60 deutliche Verknüpfungen mit Happening und Fluxus zeugte. Am Beginn seiner Arbeit stehen 1959 Happenings, später Fluxusstücke, von denen er 1960 mehrere für La Monte Youngs ‚Anthology‘ entwirft: ‚Pieces‘, auf Karten notiert, wie etwa ‚Piece for Terry Riley‘ (Terry Riley, der semiprofessioneller Baseballspieler gewesen war, führt seine Ausrüstung vor) oder ‚Art Yard‘: vor einer festlich gekleideten Menge graben seine Freunde mit Hilfe von Baggern, Raupenschleppern und Bulldozern ein riesiges Loch. Auch hat De Maria mit Fluxus einen gemeinsamen theoretischen Hintergrund: Das ist vor allem John Cage (und dadurch vermittelt Zen), dem er die einzige Arbeit, die sich auf eine Person bezieht, gewidmet hat – ‚Cage‘ (1965), ein stilisierter Käfig aus Edelstahl.

In De Marias Arbeiten schichten sich konzeptuelle, minimalistische und ‚land art‘-Aspekte übereinander: Da es um keinerlei sinnliche Differenzierung geht, da seine Arbeiten nicht so sehr gesehen werden als bestimmte Erlebniswirkungen hervorrufen sollen, sind sie als Konzept schon vollständig, ist ihr Gehalt schon im Verstehen des ‚Erlebnisexperiments‘ faßbar. Die Ausführung des Konzepts im Gelände realisiert nur die Bedingungen des Experiments: Isolierung der Wahrnehmung durch Reduktion aller äußeren und dinglichen sinnlichen Qualitäten. Die Arbeiten werden in die Wüste verlegt, Gewaltstreich gegenüber der Umgebung, oder bestehen aus unsichtbaren Hohlräumen bzw. Füllungen oder füllen Innenräume kontinuierlich und massiv aus. Die Objekte bestehen aus poliertem Edelstahl, werden auf die einfachsten geometrischen…


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