Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 338
Ausstellungen: Wien , 2013

Ursula Maria Probst

Yael Bartana

»Wenn Ihr wollt, ist es kein Traum«

Secession, Wien, 7.12.2012 – 10.2.2013

Die israelische Künstlerin Yael Bartana behandelt in ihren Installationen und Filmen gesellschaftspolitische Spannungen, die in engem Zusammenhang zu ihrer kritischen Befragung der kulturellen Identität und historischen Konstruktion ihres Geburtslandes Israel, dessen Geschichte und Selbstbild stehen. In ihren Werken trifft Fiktives auf Faktisches, fließen Methoden der Dokumentation und des performativen Settings ein.

Yael Bartana sieht in Theodor Herzl und Sigmund Freud die spirituellen Götter der von ihr bereits 2007 gegründeten Bewegung Jewish Renaissance Movement in Poland (JRMiP). Als Hauptmotiv der Jewish Renaissance Movement in Poland – die unter anderem zur Rückkehr von 3,3 Millionen Juden ins Land ihrer Vorfahren nach Polen aufruft – nennt Yael Bartana die Intention, als fiktionale Bewegung durch politische Imagination, den gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. 2011 nahm sie mit ihrer Filmtrilogie “…and Europe will be stunned (Mary Koszmary Nightmares)” (2007), “Mur I Wieza (Wall and Tower)” (2009), “Zamach (Assassination)” (2011) als offizielle Vertreterin im polnischen Pavillon an der Biennale in Venedig teil und sorgte für heftige Diskussionen. Bartana ermutigt die Mitwirkenden der JRMiP – jeder kann der Bewegung beitreten – eben jene Struktur infrage zu stellen, die ihre Teilnahme erst ermöglicht. Bartana merkt dazu an: “Nationalismus ist eine fantasievolle manipulative Methode zur Erzeugung von Zusammengehörigkeitsgefühlen, und ich glaube, dass sich die JRMiP ihrer bedient. Aber ich kritisiere den Faschismus, selbst wenn ich Elemente verwende, deren Ursprung in der faschistischen Ästhetik liegt.”

Mit „Wenn ihr wollt, ist es kein Traum“ stellt Yael Bartana einen direkten Bezug zu…

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