Ausstellungen: Foto-Triennale Esslingen , 1990

Thilo Koenig

1. Internationale Foto-Triennale Esslingen 1989

GALERIE DER STADT ESSLINGEN AM NECKAR VILLA MERKEL

(UND FÜNF WEITERE RÄUME)

17.9.-5.11.1989

Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Im holzgetäfelten Bürgersaal des spätgotischen Alten Rathauses diskutierte am 14./15. Oktober eine kleine Expertenrunde über moderne Fotografie – anläßlich des Begleitsymposiums „150 Jahre Fotografie – eine abgeschlossene Geschichte?“ zur „1. Internationalen Foto-Triennale Esslingen 1989“. Die Städtische Galerie hat damit, unterstützt von einem internationalen Beirat, die erste regelmäßige Ausstellung neuer künstlerischer Fotografie in der Bundesrepublik initiiert; ähnliche Modelle werden andernorts folgen (so voraussichtlich ab 1991 in den Hamburger Deichtorhallen).

Gegenüber parallelen Unternehmungen, etwa 1988 in Rotterdam, bewährte sich das Konzept, nicht nach nationalen Kriterien auszuwählen, sondern die verschiedenen Wege einer kreativen Verwendung des Mediums in sieben inhaltlichen Gruppen vorzustellen. Die Kontrastierung unterschiedlichster Ansätze war denn auch eine Stärke der Triennale, die zukünftig erhalten bleiben sollte. So lag der Schwerpunkt nicht auf einer „Staged Photography“, die wohl prototypisch für den Umschlag vom „Erfahrungshunger“ in den 70er Jahren (Michael Rutschky) zur Simulation von Erfahrung im vergangenen Jahrzehnt stehen mag. Auch die Bereiche Montage und Dramaturgie des Bildes, Arbeiten mit Texten, Foto-Installationen und dokumentarisch orientierte sowie thematische Konzepte sollten – mit gelegentlichen Überschneidungen – die Spannweite des neugewonnenen Aktionsfeldes verdeutlichen.

Autoren aus einem überraschend großen Länderspektrum, darunter manche wenig bekannte Namen, zeigten Arbeiten möglichst der letzten drei Jahre. Zwei Außeninstallationen ergänzten die Exponate der in fünf Gebäuden übersichtlich vorgestellten Triennale: Michael Schuster (A) pflanzte einen riesigen Kodak-Farbkontrollstreifen in die romantischste (und „fotogenste“) Ansicht der Stadt am Fluß, der offenließ, ob es sich um Werbung…

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