Magazin: Symposien & Kongresse , 1990

Thilo Koenig

Symposium: Fotografie am bauhaus

BERGISCHE UNIVERSITÄT GESAMTHOCHSCHULE, WUPPERTAL , 3.-5.10.1989

Fotografie am bauhaus“ hatte Rainer Wick seine dreitägige Veranstaltung an der Wuppertaler Universität überschrieben und eine repräsentative Auswahl von Referenten versammelt. Wenn auch nicht alles tatsächlich neu war und manche schon vor Jahren publizierte Ergebnisse vortrugen, hatte man doch einen lebendigen Eindruck von dem inzwischen erreichten Kenntnisstand. Und erstaunlich war, wie auch bei einem so begrenzt erscheinenden Gebiet, wo viele Bilder immer wieder gezeigt wurden, doch neue Querverbindungen auftraten und die einzelnen Referate sich mit Informationen ergänzten. Nicht nur die unterschiedlichen Rollen der Fotografie in Weimar, Dessau und Berlin zwischen Dokumentation und freier Gestaltung wurden deutlich, sondern auch das ganze Spektrum fotohistorischer Ansätze, das sich seit den 70er Jahren entwickelt hat. Ein gelungener Auftakt also für die erneute Beschäftigung mit einem noch lange nicht erschöpfend behandelten Thema (etwa in der Ausstellung des Berliner bauhaus-Archivs ab Februar 1990).

Auch die Fotografie wurde zwar spät, dann aber automatisch in den „Mythos“ um das bauhaus einbezogen, vor dem Walter Dexel schon 1964 gewarnt hatte. Jetzt hieß es ganz bewußt „Fotografie am bauhaus“ und nicht wie bei früheren Veröffentlichungen „Bauhausfotografie“. 1928 war eine Ausstellung „Bauhäuslerfotografie“ benannt worden, also war man sich schon damals bewußt, daß dies – vor der Institutionalisierung einer eigenen Fotoklasse unter Walter Peterhans – eher ein Begleitaspekt der Schule war. Über weite Strecken hatten Studenten wie Lehrende zunächst Schnappschüsse gemacht, was natürlich auch Erfahrungen mit dem Medium brachte, aber keine regelrechte Fotoarbeit war (in Erinnerung sind etwa Lux Feiningers schräge Aufnahmen des Saxophon…

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