Ausstellungen: Heidelberg , 2005

Hajo Schiff

Andreas Oldörp

»5ORTE«

Heidelberger Kunstverein und Altstadt Heidelberg, 5.3. – 29.5.2005

Klanginstallationen haben es nicht leicht: Zu oft fallen sie in einen Leerraum der Aufmerksamkeit zwischen Musik- und Kunstfreunden. Umso erfreulicher, dass der Heidelberger Kunstverein es dem Hamburger Künstler Andreas Oldörp ermöglicht hat, gleich fünf besondere Klangmomente zu setzen. Das Projekt „5ORTE“ ist eine – ursprünglich mehr als doppelt so groß geplante – Premiere: Dass ein Klang- und Installationskünstler mehrere Orte der gleichen Stadt in „gestimmte Räume“ verwandelt, ist als über einen ortspezifischen Auftrag hinausgehende Werkschau so noch nicht realisiert worden.

Seit 1988 arbeitet der 1959 in Lübeck-Travemünde geborene Andreas Oldörp mit Orgelpfeifen und Glasrohren, die durch unterschiedliche Techniken zum Klingen gebracht werden. Die Verwendung ausschließlich natürlicher Klangerzeuger verbindet ihn mit der Musiktradition, die skulpturale Auffassung und der deutliche Raumbezug seiner Arbeiten zeigen ihn dagegen als bildenden Künstler.

Andreas Oldörp hat schon in dänischen Bunkern, einer Prager Synagoge oder im Großen Wasserspeicher in Prenzlauer Berg Klänge gesetzt, hat in der Singuhr-Hörgalerie in der Berliner Parochialkirche, in Finnland, Kanada und Ungarn ausgestellt. In Heidelberg ist der Ausgangspunkt für seine künstlerischen Grenzgänge das Studio des Kunstvereins. Dort wurden zwei Möbel zum Klingen gebracht. Ein Tisch der Fünfziger Jahre scheint in hohen Tönen sein eintöniges Leben zu beklagen, ein wie vergessen in der Ecke stehender Blechspind umspinnt mit einem dreistimmigen Orgelton diese ganz neu entwickelte Möbel-Lamentatio. Im Museumsgarten davor weben zwischen den Bäumen vier aus dem Boden wachsende, überlange Kupferrohre, unsichtbar unterirdisch mit Luft versorgt, eine besondere Harmonie.

Dann muss der Besucher zusammen mit den Tausenden von täglichen…

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