Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Länderbeiträge Stadtgebiet · von Susanne Boecker · S. 498
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Länderbeiträge Stadtgebiet , 2015
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Länderbeiträge Stadtgebiet

Angola

On Ways of Travelling

Kommissar: Kulturministerium, Rita Guedes Tavares. Kuratoren: António Ole, Antonia Gaeta.

Ort: Conservatorio Benedetto Marcello – Palazzo Pisani, San Marco 2810

Einen „Dialog zwischen den Generationen“ möchte António Ole im angolanischen Pavillon führen. Der 1951 geborene Kurator, der in der Ausstellung zugleich als Künstler mit von der Partie ist, hat vier Vertreter einer jüngeren Generation eingeladen: Délio Jasse (geb. 1980), Binelde Hyrcan (geb. 1983), Nelo Teixeira (1975) und Francisco Vidal (1978). Zusammengekommen ist eine Ausstellung, deren gemeinsamer inhaltlicher Nenner in der politischen, ökonomischen und ökologischen Lebensrealität Angolas besteht.

Francisco Vidal hat Quadrate aus bemaltem Pappmaché zu einer raumhohen Installation verbunden. Während der obere, rot gehaltene Teil auf die Revolution anspielt, ist der untere blaue Bereich dem Thema der Baumwollproduktion gewidmet. Darüber gelegt ist ein in Umrissen gezeichneter Frauenkopf. Auch die Rückseite der monumentalen Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und Wirtschaft des Landes. Als Malgrund dienen Vidal hier unter anderem Macheten.

Nelo Teixeira entstammt einer Familie, die von der Herstellung traditioneller Masken lebt. Seine aus Abfällen und Fundstücken geschaffene Figurengruppe „Guardians of the City“ knüpft an diese Tradition an. Mit der (Wieder-)Verwendung dieser „zeitgenössischen“ Materialien will der Künstler auf das Problem der zunehmenden Verschmutzung durch modernen Zivilisationsmüll hinweisen. Recycelte Materialien haben auch in die Installation von António Ole Eingang gefunden. Seine Konstruktion aus glänzendem Wellblech wird flankiert von zwei Arrangements aus bunten Plastikwannen. Sie sollen auf die Rolle der Frauen in Angola verweisen, die schwere Lasten tragen, aber immer bunt und fröhlich sind.

Délio Jasse, der 18-jährig aus Angola nach Lissabon flüchtete, befasst…

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von Susanne Boecker

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