Ausstellungen: Düsseldorf · von Uta M. Reindl · S. 316
Ausstellungen: Düsseldorf , 2013

Uta M. Reindl

Avante Brasil

»Junge Kunst aus Brasilien«

KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf, 15.6. – 8.9.2013

Den Länderschwerpunkt der Frankfurter Buchmesse im Herbst begleitet traditionell ein stattliches Kultur- und Kunstprogramm, so auch in diesem Jahr zu Brasilien. Auf Einladung der Kunsthalle Schirn sorgten Graffiti-Streetartisten aus São Paulo, Rio und Curitiba für die Bebilderung des Frankfurter Stadtraums. Das Museum für Moderne Kunst zeigte im Palmengarten zur Retrospektive „Hélio Oiticica. Das große Labyrinth“ eine begehbare Außeninstallation des Künstlers, der spätestens seit Catherine Davids Documenta (1997) in Europa als eine der Ikonen der brasilianischen Moderne gelten dürfte. Wer allerdings junge Kunst aus Brasilien sehen wollte, der konnte dies schon im Frühsommer in Düsseldorf tun: Dort widmete sich der Ausstellungsraum KIT in der Rheinpromenade an der Altstadt dem „Avante Brasil“ (Vorwärts, Brasilien) mit Werken von acht Künstlern aus dem größten Land Südamerikas. Das appellative „Avante Brasil“ scheint in der Historie Brasiliens ein Leitmotiv zu sein: in den 1950er Jahren unter dem visionären Präsidenten Juscelino Kubitschek, der Brasilia erbauen ließ, oder in den 1970 Jahren in der Fußballhymne zur ersten Live-Übertragung des brasilianischen Fußballs, wie die brasilianische Kuratorin und Kunstkritikerin Ana Maria Maia in ihrem aufschlussreichen Essay des KIT-Katalogs erläutert.

„Avante Brasil“ jedenfalls stand auf der Plakatwand „…e agora, José“ (2012) von Marcelo Cidade aus São Paulo geschrieben, deren Frontseite grau und Rückseite mit Versatzstücken aus Reklametafeln der 1950er Jahre bemalt war. In zwei schwarz-weißen Erinnerungsbildern etwa überschreibt in großen Lettern das „Avante Brasilia“ die Abstraktion des Regierungsensembles und der Kathedrale – beide historische Monumente des Stararchitekt Oscar…

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