Biennalen: Whitney Biennale New York · von Thomas W. Kuhn · S. 354
Biennalen: Whitney Biennale New York , 2004

THOMAS W. KUHN

BIENNALEN DIE PERIODISCHEN AUSSTELLUNGEN WELTWEIT – INFORMATIONEN UND DISKUSSIONEN THOMAS W. KUHN

Whitney Biennale 2004 – A wedding for a hundred brides Whitney Museum of American Art, New York, 11.3. – 30.5.2004

Nicht einhundert sondern gleich 108 Künstlerinnen und Künstler hat das Whitney zur diesjährigen Biennale in sein von Marcel Breuer errichtetes Haus geladen, um seine Version der Verfasstheit der zeitgenössischen US-amerikanischen Kunst zu liefern. Seit Jahren aus mehreren Gründen kritisch von der internationalen Kunstszene beäugt (selbst in New York ist die Kritik weit verbreitet und bündelt sich in dem Satz „the show, everybody loves to hate“), scheint trotz aller Innerlichkeit in den Werken, der allgemeine Zuspruch in diesem Jahr positiv auszufallen. Pressestimmen aus dem In- und Ausland sind zumeist wohlwollend (siehe etwa Jordan Meijas in der FAZ, Andrea Köhler in der NZZ oder Peter Schjedahl im The New Yorker). Obwohl sich die Stimmen uneins sind, ob die starke Präsenz von Malerei und Zeichnung nicht doch eher Teil eines global ausgerufenen Hypes ist, wird deren Qualität im Rahmen der Ausstellung mehrheitlich gelobt. Auch im eher introspektiven und ästhetisierenden Charakter zahlreicher Arbeiten unter Verzicht auf Gesten großer Gesellschaftskritik wird so recht kein Mangel erkannt. In diesem Punkte (weitgehend) einig, liefert die Ausstellung jedoch kein monolitisch- einheitliches Bild, sondern überrascht von Raum zu Raum (im übrigen angenehm proportioniert) durch divergenten Medieneinsatz und vielfältige Thematiken. Konzeptuell bedingter Langeweile wird also kein Vorschub geleistet. Eher ist alles etwas unentschieden. Während einige Größen der aktuellen US-Szene fehlen, sind andere – ältere – präsent, die denjenigen…

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