Gespräche mit Künstlern , 2004

HEIMO ZOBERNIG

„IDENTITÄT IST EINE WANDERNDE SACHE“

EIN GESPRÄCH MIT CLAUDIA HERSTATT

Die unterschiedlichen künstlerischen Felder, auf denen Heimo Zobernig seit etwa 25 Jahren agiert und changiert sind Performance, Video, Fotografie, Malerei, Skulptur, Grafik, Theater, Bühne, Display und Architektur. Sie werden innerhalb ihrer jeweiligen Möglichkeiten auf Authentizität und Gebrauchswert abgehorcht, über die Zeit hin immer wieder aufs Neue aufgerufen und um Nuancen, auch mal Sprünge weiterentwickelt und verschoben. Konsequent treibt der Österreicher die Befragung von Hierarchien, Verhaltensweisen, Methoden und Identitäten in den einzelnen Sparten voran, setzt sie raumbezogen in Szene. So entsteht ein sich stetig entwickelndes, erweiterndes, auch selbstreferentielles Werk, dessen Fortgang „am besten in der Relation zum immer Gleichen zu erkennen ist“, wie Heimo Zobernig sagt. Der großen, auf ein Vierteljahrhundert zurückschauenden und fast ein Jahr tourende große Ausstellung von Dezember 2002 bis November 2003 mit Stationen im Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien (KUNSTFORUM International Band 164), der Kunsthalle Basel und K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf setzt er seinen Skeptizismus schon in der Fragen aufwerfenden Rechtschreibung von Anlass und Produkt entgegen. Die „Austelung“ wurde von einem opulenten „Katerlog“ begleitet. Die permanenten Infragestellungen und damit verbundenen Reibungen sind bei Heimo Zobernig sozusagen geerdet und aushaltbar von der Überzeugung, dass Kunst Kommunikation ist. Von dieser Basis aus entwarf er kürzlich dem Burgtheater eine funktionsfähige Spielfläche als Black Box und konzipierte der Ausstellung „Der Preis der Schönheit“ im Wiener MAK ein signifikantes Ausstellungsgehäuse zum Jubiläum der Wiener Werkstätte in Form ihres Logos.

Claudia Herstatt: Als ich während der Vorbereitung dieses Gesprächs von der Preisvergabe an…

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von Claudia Herstatt

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