Magazin: Symposien & Kongresse , 1992

Cocooning und Performance-Training

Der erste Kongreß der Medienhochschulen in Bonn

„This is inhuman!“ Die heftige Reaktion von Nan Hoover (Kunstakademie Düsseldorf) auf eine „Cocooning“-Vision von Jeffrey Shaw (Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, ZKM) warf ein Blitzlicht auf einen sich anbahnenden Konflikt. Hoovers Einlassung war Beginn einer der wenigen inhaltlichen Debatten des ersten Kongresses der deutschen Medienhochschulen in Bonn. Das Symposion fand am 18./19. September im Rahmen der 5. Bonner Videonale in der Kunst- und Ausstellungshalle des Bundes statt. Daß in Sachen „Neue Medien“ Handlungsbedarf besteht und die Entwicklung neuer anwenderorientierter Hard- und Software auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sein kann, haben die Regierungen einiger Bundesländer relativ schnell erkannt. Mit der Einrichtung von medienorientierten Lehrstühlen an Kunstakademien und schließlich der Installation von Medienhochschulen (Karlsruhe, Frankfurt, Köln) ist in der Bundesrepublik eine wohl einmalige Situation entstanden. Der Wunsch nach Austausch und Vernetzung der Institutionen bewegte den diesjährigen Videonale-Leiter Axel Wirths mit Regina Wyrwoll (Videonale), Sabine Voggenreiter und Uta Brandes (Bundeskunsthalle) zur Veranstaltung eines ersten Treffens, dem bis auf die Filmhochschule München Vertreter aller wichtigen Schulen beiwohnten.

Trotz „hochkarätiger“ und kontrastierender Besetzung der Podien und zahlreicher Fachgäste bestand wenig Angriffslust. Eher überwog der Wunsch zur Darstellung der eigenen Situation und zum Kennenlernen der Produktionsbedingungen anderer Einrichtungen. Institute mit auch wirtschaftlicher Bedeutung wie das ZKM oder die Kölner Kunsthochschule für Medien verwenden in allen Bereichen der Neuen Medien allerneueste Technologie, um Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Techniken zu erforschen und künstlerisch zu gestalten. Im Frankfurter Institut für Neue Medien an der Städelschule, das Peter Weibel leitet, arbeitet man…

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