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Ausstellungen: Bonn · S. 343 - 344
Ausstellungen: Bonn , 1987

Johannes Meinhardt
Cy Twombly: Serien auf Papier: 1957-1987

Städtisches Kunstmuseum Bonn, 2.6. -2.8.1987
Städtische Galerie Haus Seel, Siegen,
28.6. -2.8.1987

Die Stadt Siegen verleiht alle fünf Jahre einen Rubenspreis, der dieses Jahr CY TWOMBLY überreicht wurde; so konnten in Siegen, parallel zu der großen Ausstellung in Bonn, weitere Serien auf Papier gezeigt werden, die einen Überblick vervollständigen und ergänzen.

Bei Cy Twombly sind ‘Malerei’ und ‘Zeichnung’ von vornherein gleichberechtigt, gehen dazuhin nahtlos ineinander über: seine künstlerischen Verfahrensweisen behandeln auch die Leinwand als sichtbaren Grund, der Einschreibungen und deren Löschungen in vielen Schichten empfängt, dabei aber als tiefste (im flachsten Sinn) und unhintergehbare Schicht erhalten bleibt. Die Serien vervielfältigen die Spiele der Schichtungen noch: immer wieder nummeriert Twombly seine Serien durch und schreibt die gesamte Zahlenreihe aller vorausgegangener Blätter auf jedes Blatt neu, so daß die früheren Blätter der Serie als tiefere Schichten derselben Produktion indiziert werden. So wie überhaupt nicht nur die einzelnen sichtbaren Schichten und Einschreibungen, die Semitransparenzen, Überlappungen und Ränder oder das Durchscheinen und Ausgespartwerden von Schichten seine Arbeiten prägen (also all das, was zum Sichtbaren im strengen Sinn gehört, das, was zu sehen gegeben wird), sondern die Andeutungen und Markierungen von Schichten und Einschreibungen, die verlöschen, überdeckt werden, sich dem Blick entziehen oder schon entzogen haben (all das, was schon von der Abwesenheit und dem Vergessen ge- und bezeichnet ist, sich im Nichtsichtbaren oder Symbolischen aufhält). Schon in frühen Arbeiten markiert Twombly Einschreibungen durch Zahlen, etwa seine fünf Finger oder Reihen aufeinanderfolgender Eingriffe, so daß die Markierungen einen Prozeß festhalten, der…


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