Titel: Dialog und Infiltration · von Christiane Fricke · S. 40
Titel: Dialog und Infiltration , 1999

Dialog und Infiltration

WISSENSCHAFTLICHE STRATEGIEN IN DER KUNST

Herausgegeben von Christiane Fricke und Jürgen Raap

Wie kommt es eigentlich zu der auffälligen Häufung von Cross-overs zwischen den Teilkulturen Kunst und Naturwissenschaft? Wer sind die Protagonisten und was sind ihre Anliegen? Unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen, an welchen Orten werden sie aktiv? Diese Fragen stellten sich erstmalig im Sommer 1996, als eine Serie ambitionierter Ausstellungen signalisierte, daß man sich offenkundig bereits mitten in einer Phase pragmatischer Annäherungsversuche und heftigster Interaktionen zwischen Künstlern und Wissenschaftlern befand. Derzeit machen sich die künstlerischen Positionen zur Wissenschaft vor allem an der Gentechnologie, Molekularbiologie und Hirnforschung fest. Damit einher gehen Verschiebungen der Parameterbeziehungen zwischen Natur und Kultur. Die Neuartigkeit von kulturell konzipierten Generierungsprozessen in Kontexten, die „wie Natur“ funktionieren (Biotechnologie) und ihre Thematisierung in der Kunst bilden mithin einen Schwerpunkt der Erörterung in diesem Band. Ohne erneut darstellen zu wollen, was in den bisher erschienenen Themenbänden bereits dokumentiert wurde (vgl. die Kunstforum-Bände „Kunst und Wissenschaft“, Bd. 85/1986, „Aktuelles Denken“, Bd. 108/1990 und „Das Neue Bild der Welt/Wissenschaft und Ästhetik“, Bd. 124/1993) erschien es uns insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Gemengelage naheliegend, diese Titelgeschichte auf Auseinandersetzungen mit den Naturwissenschaften zu beschränken und die Geistes- und Sozialwissenschaften auszuklammern.

Kapitel 1 der KUNSTFORUM-Dokumentation läßt Protagonisten zu Wort kommen, die sich im Kreuzungspunkt der Teilkulturen bewegen, und beleuchtet die Rahmenbedingungen, unter denen sie aktiv sind, Dialoge in Gang setzen, existierende Strukturen aufbrechen und neue Strukturen schaffen. Kapitel 2 dokumentiert ausgewählte Projekte und Ausstellungen. Das dritte Kapitel rückt künstlerische Strategien eines Umgangs mit Wissenschaft…

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