Magazin: Museen & Institutionen · von Amine Haase · S. 486
Magazin: Museen & Institutionen , 1998

Amine Haase

Die Zeiten wenden sich

Die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur kein Modell für Kunst-Geldbeschaffung in Zeiten knappen öffentlichen Geldes

Kasper König, eines der 33 Mitglieder des „Konklaves“, zu dem die „Stiftung für Kunst und Kultur, Bonn “ vor einem knapp ein Jahr auf dem Petersberg eingeladen hatte, um den Bonner Teil „Zeitwenden“ des rheinischen Ausstellungprojekts „Global 2000“ zu erarbeiten, fühlt sich „an der Nase herumgeführt“: Die kritischen Äußerungen von mehr als der Hälfte der „Konklave“-Teilnehmer zum weiteren Verlauf der Planung „werden einfach nicht weitergegeben“. Die Bonner Stiftung informiert nämlich, nach eher auf dem politischen Parkett bewährter Methode nur punktuell, am liebsten auf Pressekonferenzen, in den eigenen Räumen oder in Bonns Kulturdezernat. So weiß lediglich, wer miteinander in Verbindung steht, von der Protestwelle, die aus den großen Museen und Ausstellungshäusern der Welt kommt und von Paris (Susanne Pagé und Jean-Hubert Martin) bis London (Nicholas Serota) reicht, von Hamburg (Uwe Schneede) bis in die Schweiz (Harald Szeemann) und bis Spanien (Maria de Corall). Können die gewichtigen Stimmen tatsächlich ignoriert werden? Und zwar, wie allerdings leicht nachzuvollziehen ist, vom „ehrenamtlichen“ Geschäftsführer der Bonner Stiftung (mit einem Zwei-Jahres-Salär von angeblich 480.000 D-Mark), Walter Smerling, sowie vom Direktor des städtischen Museums in Bonn, Dieter Ronte, (der nach peinlichen Entdeckungen der engen Verbindungen zwischen seinem Museum und der Stiftung sich aus dem Vorstand – formal – zurückgezogen hat). Und kann der ideelle und finanzielle Mitträger des „Global“-Projekts, nämlich die Düsseldorfer Stiftung für Kunst und Kultur, weiterhin schweigend zusehen?

Warnende Stimmen erhoben sich im Kreis der Organisatoren von…

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