Titel: Lebenskunst als Real Life , 1998

ROSS SINCLAIR

Without You I’m Nothing …

From Real Life to Where?

Jetzt, mehr denn je, gilt es für Künstler, einen bedeutungsvollen, lebensverändernden Dialog mit der Welt zu führen. Zu einer Zeit, in der das Leben bedeutungsleer ist und es absolut keine Veränderungen mehr gibt, ist dies unverzichtbar. Dieser Dialog sollte sich ewig fortsetzen, und in alle zynischen Posen des modernen Lebens einschneiden, wie Buñuels Rasierklinge durch den Augapfel.

1994 habe ich mir die Worte Real Life in meine Rückenhaut tätowieren lassen, und seitdem war mein Projekt eine verlängerte Autopsie (Untersuchung / Zelebration / Mitgefühl) des Paradigmas „Real Life“ – von Innen nach Außen verlaufend. Wo ist das Reale – für jeden von uns als Individuum und als kollektive Gesellschaft? Diese Fragen habe ich auf unterschiedliche Weise gestellt, dabei aber geläufige Ausdrucksformen gewählt, zum Beispiel, indem ich bekannte Lieder aus 300 Jahren Geschichte eines Landes gesungen (in Real Life Rocky Mountain) und diese in einer Weise re-kontextualisiert habe, die es dem Zuschauer erlaubt, ganz neu darüber nachzudenken, was die verschiedenen Geschichten dieser Lieder darstellen, und welche Beziehung sie selbst dazu haben. Ich wollte wissen, warum die Lieder mich fast zum Weinen bringen. Könnten sie dich auch zum Weinen bringen? Welche Bedeutungen hat die Geschichte? Was ist unser Erbe? Was heißt das für DICH? Kann Kunst dich fast zum Weinen bringen? Warum sind wir so, wie wir sind? Wie könnten wir anders sein? Wie könnten wir bleiben, wie wir sind?

Oft bin ich selbst für die Dauer dieser Ausstellungen ein Teil der live installations. Immer…

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von Ross Sinclair

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