Titel: Lebenskunst als Real Life · von Gerhard Johann Lischka · S. 141
Titel: Lebenskunst als Real Life , 1998

4. Ästhetik der Intermedia

Zum Spiegel und zum Objekt als Medium kommt in der Postmoderne der Monitor hinzu, das wesentliche Instrument des Mediators. Er versteht es durch die Informationsgesellschaft und die globalen Netze der Monitore zu navigieren, er surft auf den Wellen des multimedialen Ozeans aus Lust und Neugier, aus dem Drang heraus vom Nerv der Zeit energetisch aufgeladen zu werden. Der Mediator beherrscht die Medien in dem Sinne, daß er die Mediatisierung als den Prozeß der Bildung von Formen in Medien durchschaut und sowohl die Verbindung zwischen ihm und den Medien als Intermedium definiert als auch die künstlerische Verschweißung von Medium mit Medium.

Gerhard Johann Lischka

Die Subjekte handeln nur mehr situativ. Verkleidungen, auch performative Strategien, Subjektivität durch Darstellungsweisen aufzubauen, kommen daher wie die Mode. Die en Darstellungen einer inneren persönlichen Identität motivierten noch den Marilyn-Monroeschen Aufruf: I want to be wonderful und wurde ihr zum Verhängnis. I want to be a star, Tic,Tac,Toe.

Everybody can be a star for 15 minutes, sagte Andy Warhol noch. Valerie Solanas nahm es sich zu Herzen und schoß ihm in den goldenen Körper, am 3. Juni 1968, was schon eine Tragödie war. Im Schein zu scheinen, Star zu sein, verlangt keinen frisierten Pudel mehr im Schosse, es kann auch eine Rakete sein, glamourös.

Marion Strunk

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