Titel: Lebenskunst als Real Life · von Andrea Hurton · S. 193
Titel: Lebenskunst als Real Life , 1998

7. Ästhetik des Lifestyle

Heute geht es nicht mehr um die gesellschaftliche hard ware, sondern um die soft facts – die Seelenbewegungen, Mentalitätsgeschichten, Symbole, Emotionen, Lebensgefühle. In diesem Sinn ist Kultur Ausdruck von Komplexität. Sie ist das hoch differenzierte Zeichen- und Kommunikationssystem einer Gesellschaft. Kultur ist die sinnliche Wissenschaft der Gesellschaft: alles, was das Zusammenleben von Menschen in Formen von Gemeinschaft regelt – von Religion bis Kunst und Ökonomie -, fließt in ihr zusammen. Darin liegt ein enormes emanzipatorisches Potential – sowohl für die Kultur als auch für die Wirtschaft. Die kulturelle Massenproduktion wird somit auch Teil der Kulturgeschichte.

Andrea Hurton

Jetzt, wo die Figur des globalen Korporativen, die für den späten Kapitalismus steht, sich selbst die Verkleidungen des ästhetischen Karnevals überhängt, von denen die spontanen, undogmatischen, ästhetischen Protestbewegungen – von Dada bis Punk, von Situationismus bis zur in die dunkle Seite von Pop verliebter US-West-Coast Kunst der letzen zwei Dekaden – noch Freiheit von der funktionalisierten Moderne erhoffen konnten, erscheint es umso notwendiger zu sein, nach den Formationen, nach den Konditionen des Ästhetischen als mögliches Politisches zu fragen.

Georg Schöllhammer

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