Magazin: Bücher , 2002

Diskursanalyse

Der Begriff des Diskurses wird uneinheitlich verwendet. So nimmt er in sehr unterschiedlichen Theorien eine zentrale Stellung ein. Sein interdisziplinärer Gebrauch unterstreicht seine sowohl Relevanz als auch Flexibilität. Umso nötiger scheint es die verschiedenen Tendenzen und Traditionen, die mit dem Begriff des Diskurses verbunden sind, zu untersuchen. Dabei kann das Wort Diskurs inzwischen auf eine lange Geschichte zurückblicken, die vor allem in Frankreich und den USA ihren Anfang nahm. Den verschiedenen Formen seines Gebrauchs, aber auch der Nähe zu Phänomenen in verwandten Denkrichtungen wie Konstruktivismus und Pragmatismus geht ein Reader mit dem Titel „Diskursanalyse. Theorien, Methoden, Anwendungen“ nach, der im Kontext einer Konferenz in der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Jahr 2000 entstanden ist.

In seiner Einleitung liefert einer der durchwegs jungen HerausgeberInnen, Johannes Angermüller, einen informativen Überblick über die wichtigsten Strömungen und Entwicklungen in der Geschichte der Diskurstheorie. Die folgenden Texte beschäftigen sich vorwiegend mit Einzelaspekten dieser Thematik. Sie haben manchmal nur am Rande mit Diskursanalyse zu tun, wie der Beitrag über Adorno und die Postmoderne. Großteils werden einzelne Elemente der Diskurstheorien bekannter TheoretikerInnen untersucht. So fragt Martin Nonhoff nach der aktuellen sozialen Relevanz von Ernesto Laclaus Konzept des leeren Signifikanten. Barbara Rößer leitet auf einleuchtende Weise Erziehungsparameter aus Michel Foucaults Subjekttheorie ab. Und Olaf Kramer untersucht die Rhetorik als Instrument diskursiver Praktiken in den Cultural Studies, der Literaturwissenschaft und der Anthropologie, und zweifelt an ihrem Potenzial, Wesentliches zum Verständnis der Postmoderne beitragen zu können.

Die Diskursanalyse ist dadurch gekennzeichnet, dass sie Zusammenhängen zwischen Text und Kontext nachgeht. Aber auch der Diskurs selbst…

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von Justin Hoffmann

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