Ausstellungen: Zürich · S. 294
Ausstellungen: Zürich , 2014

Max Glauner

Ed Atkins

»The Artist is Un-Present«

Kunsthalle Zürich, 15.2. – 11.5.2014

Troll“ auf der Brust, „FML“ auf der Stirn. Seine Botschaften hat der markige Zeitgenosse unmissverständlich in die Haut geritzt, existenzielle Codes digitaler Kommunikation von der SMS bis zum Chatroom, wo „Troll“ einen anonymen Störenfried, „FML/Fuck My Life“ eine nihilistische Lebenshaltung bezeichnen. Der digitale Avatar in HD-scharfer Qualität vorgetragen, nackt, muskulös, jede Bewegung leicht verzögert, jede Pore der Haut, jedes Haar aufdringlich sichtbar, ist der omnipräsente Protagonist der jüngsten 3-Kanal-Videoinstallation „Ribbons“ (2014) des britischen Künstlers Ed Atkins. Sie war bis Mitte Mai in der Kunsthalle Zürich zu sehen, sound- und bildgewaltig, faszinierend und verstörend zugleich.

Was hat der digitale Wiedergänger gleich in drei nebeneinander liegenden Sälen auf drei Projektionswänden zu erzählen? Säuft, singt und quatscht er sich bloß über die Runden? Inwiefern ist er mehr als das Produkt seines Schöpfers, ein Spiegel des Betrachters, Stellvertreter des Künstlers? Ein digitaler Kadaver zwischen Benutzeroberfläche und Live-Akt? Wie röche es, wenn der digitale Wicht Gerüche absondern könnte?

Ed Aktins, 1982 in Oxford geboren, gehört seit seinem Masterabschluss an der Slade School of Art 2009 zu den angesagten Künstlern seiner Generation. Die Ausstellung in Zürich bot nun mit fünf Videoarbeiten, darunter die eigens für die drei Räume im dritten Obergeschoss konzipierte „Ribbons“, eingehend Gelegenheit das hohe Lob, das dem Künstler vorauseilt, zu überprüfen.

Dort, wo das Publikum für gewöhnlich biographische Daten und ein Kuratorenstatement erwartet, waren an den Eingang der Zürcher Ausstellung sechs DinA-0 Kopien eines gedruckten Textes in Deutsch und Englisch gepinnt, der „An Introduction to the Work/…

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