Gespräche mit Galeristen , 1994

Ende und Anfang einer Geschichte

Erhard Klein gibt seine Bonner Galerie auf

Von Andreas Denk

Ein Stück rheinischer Galeriegeschichte der kleinen Stadt am Rhein geht zu Ende: Erhard Klein verläßt nach 24 Jahren Arbeit als Galerist, nach 190 Ausstellungen seine Heimstatt in der Königstraße, um eine ausgebaute Näherei in der Nähe von Mutscheid in der von ihm so sehr geliebten Eifel zu beziehen. Nach dem Abzug von Philomene Magers nach Köln – bereits seit dem vergangenen Jahr finden in Bonn keine Veranstaltungen der Galerie mehr statt – endet nun – zumindest was das Galeriewesen betrifft – der galeristische Avantgardezweig der Ex-Hauptstadt.

Klein hatte im November 1970 mit Serigraphien von Rupprecht Geiger eröffnet. Schon früh galt sein Hauptaugenmerk – veranlaßt durch enge Kontakte zur Düsseldorfer Künstlerszene um den „Ratinger Hof“ – der deutschen, vor allem der rheinischen Kunst der Gegenwart. Schon 1971 stellte er Graphik von Gerhard Richter aus, 1972 folgte das gesamte graphische Oeuvre Palermos, Arbeiten von Raimund Girke und Raimer Jochims. Stets fühlte Klein sich Joseph Beuys (der erstmals 1973 Multiples bei ihm zeigte) und seinem Umkreis verpflichtet. Sigmar Polke, Reiner Ruthenbeck und Jürgen Klauke, Martin Kippenberger, Albert Oehlen, Felix und Irmel Droese, Ulrich Rückriem, Johannes Stüttgen, Jürgen Partenheimer, Achim Duchow und Imi Knoebel gehörten stets zu den Künstlern, die sich in der Galerie und bei dem engagierten, witzigen und gastfreundlichen Galeristen im wahren Sinne des Wortes „fast wie zuhause“ fühlten.

Nicht enden hingegen wird Kleins Engagement für die Kunst. Derzeit ist ein Teil seiner enormen Sammlung, unter dem Thema „Beuys und seine Schüler“,…

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