Ausstellungen: Hamburg , 2000

Jens Rönnau

HausSchau

Das Haus in der Kunst

Deichtorhallen Hamburg, 12.5. – 17.9.2000

Ein altes und nach wie vor gegenwärtiges Thema in der Kunst“ sei das Haus mit seinen unterschiedlichen Funktionen, Formen und Bedeutungen, bemerkt Deichtorhallenchef Zdenek Felix vorausschickend zu der von ihm konzipierten „HausSchau“ in Hamburg. Dabei passt die Aufnahme dieses Themas gut in den internationalen Kontext einer allgemein breiteren Architekturdebatte. Venedig hat seine Architektur-Biennale, die neue Bundeshauptstadt feiert den lokalen Bauboom, extravagante Museumsbauten entstehen global. Hamburg hat seinen Architektur-Sommer, der zeitgleich mit der HausSchau in den Deichtorhallen eröffnet wurde. Darüber hinaus präsentieren die Deichtorhallen in ihrer Südhalle Konzepte und Modelle der jüngsten Museumsbauten.

Da kommt ein erfrischender Ausblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Haus gerade recht, der eher Antithesen zur nutzbaren Architektur formuliert. Auf die letzten drei Jahrzehnte beschränkt sich die Schau, ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen und zu können. 37 internationale Positionen konnte Felix für seine geräumige Nordhalle rekrutieren, in deren Zentrum allerdings eine kunsthistorische Ausnahme geschieht: In einer phantasievollen Bühnen-Kinoraum-Architektur von Stephen Craig, dem „Transportable Pavillon“ von 1996, wird Buster Keatons Kurzfilm „One Week“ von 1920 nonstop gezeigt. Es ist der vergebliche Versuch eines jungen Paares, sein Eigenheim aus Fertigbauteilen zusammenzustellen. Das vorübergehende Resultat fasst in seiner äußeren Erscheinungsform die frühen Kunststile des 20. Jahrhunderts zusammen.

Gordon Matta-Clark, der Dekonstruktions-Architekt, ist einleitend mit einem Teil seiner Installation „Bingo“ vertreten, einem ausgesägtem Haussegment (1974), sowie mit einem Filmbeitrag zu „Splitting“ – dem phantasievollen Aufschneiden eines Hauses, kurz bevor dieses der Abrissbirne zum Opfer fiel. Der diesem zugrunde…

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