Kunstforum-Gespräche · von Michael Hauffen · S. 426
Kunstforum-Gespräche , 2005

MICHAEL HAUFFEN

Immer wieder den Raum komplett leer haben

interview mit Stefan Kalmar und Daniel Pies

Seit Beginn des Jahres sind Stefan Kalmár (1970) und Daniel Pies (1971) für das Programm des Kunstvereins München verantwortlich. Beide studierten Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und am Goldsmiths College in London. Stefan Kalmár, der die Position des Direktors einnimmt, war unter anderem künstlerischer Leiter der Cubitt Gallery, London und danach Direktor des Institute of Visual Culture, Cambridge. Daniel Pies, der die neu geschaffene Stelle eines Kurators für Theorie, Vermittlung und Publikation besetzt, arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Hildesheim. Außerdem ist er als freier Autor und Übersetzer tätig. Michael Hauffen sprach mit ihnen über ihre Form der Zusammenarbeit, über langfristige Strategien zur Verankerung einer vitalen und reflektierten Kunstszene, sowie über ihre Einschätzung der Kunststadt München.

Michael Hauffen: Wie habt ihr euch kennengelernt? Wie ergab sich die Idee zusammenzuarbeiten?

Stefan Kalmàr: Wir haben uns über das Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim kennengelernt. Der Studiengang dort dürfte nach wie vor in Deutschland einer der innovativsten sein, was die Komplexität und Verschränkung verschiedener Medien- und Kunstwissenschaften betrifft. Kulturell bildete diese Stadt dagegen ein völliges Vakuum, aber es gab aus den Kreisen der Studierenden einige Leute, die aktiv eigene Foren und eigene Produktionen gegründet haben.

Daniel Pies: Das Paradox von Hildesheim war damals, Mitte der Neunziger, dass hier wirklich die einzige Universität war, die einen interdisziplinären kulturwissenschaftlichen Studiengang angeboten hat, der sich zumindest halbwegs an den angloamerikanischen Standards der Visual Studies oder Cultural Studies orientiert hat. Der Ort stellte…

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