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Ausstellungen: Köln · von Jürgen Kisters · S. 386 - 386
Ausstellungen: Köln , 1994

Jürgen Kisters
Johannes Deutsch

»Computerbilder«
Galerie Schüppenhauer, Köln, 21.1. – 26.2.1994

Die gesellschaftliche Entwicklung schreitet weiter, die Kunst mit ihr. So sind Kunstwerke, welche die modernen technischen Errungenschaften aufgreifen, fraglos immer schon ein Spiegel der Zeit, ohne daß deswegen allerdings bereits etwas über ihre Qualität ausgesagt wäre. Das gilt auch für die Computerbilder von Johannes Deutsch, in denen uns gleich mehrere moderne Techniken entgegenzukommen scheinen: die Sprache des Computers, Video-Effekte und der Hauch von Farb-Kopien. Für das eine steht die Struktur der Bildauflösung in kleine Elemente und die Perspektive verschachtelter und nuancierter Bildkompositionen. An das andere erinnern die vielfachen Überschneidungen und Auffächerungen von Bildfetzen und ihre Präsentation in Sequenzen, wie heute vor allem im Video ein Bildfragment das andere vor sich herjagt. Auf das dritte verweist schließlich die folienhafte Farbigkeit der Bildabzüge, die hier allerdings keine Farbkopien sind, sondern sogenannte „Thermotransferdrucke“, eine computerisierte, feinabgestimmte Form des Siebdrucks.

So ist es vor allem die Symbiose klassischer Kunstmedien zu einem neuen komplexen Ganzen, die der Maler Johannes Deutsch anstrebt, seitdem er den Computer entdeckte und sein künstlerisches Konzept eines „fiktiven Drehbuches“ entwickelte. Zeichnung, Malerei, Collage und plastische Objektkunst weiten das Tafelbild in den Bereich des sich bewegenden Bildes: die Nähe zum Film auf der einen, die Berührung mit der Skulptur auf der anderen Seite. Während in den Bildwerken von Johannes Deutsch allerhand Alltagssplitter ineinanderpurzeln (vorwiegend Gesichter, Maschinenteile, aber auch Straßenszenen) entsteht ein Gefühl des Traumhaften, in dem das, was sichtbar ist, sich in einer seltsamen Künstlichkeit dennoch entzieht und rasch wieder verflüchtigt. Dieses Phänomen scheint…



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