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Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Kuratoren · von Sabine B. Vogel · S. 338 - 341
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Kuratoren , 2015
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Gespräche mit Kuratoren

Katerina Gregos

Eine andere Art der Wahrnehmung der Geschichte
Ein Gespräch mit der Kuratorin des belgischen Pavillons

Sabine B. Vogel: Warum haben Sie zur diesjährigen Biennale Venedig Vincent Meessen eingeladen?

Katerina Gregos: Es ist genau umgekehrt: Nicht ich habe Vincent, sondern er hat mich ausgewählt. Aber wir arbeiten schon lange zusammen. Der Pavillon wird zwischen der flämischen und der französisch sprechenden Gemeinschaft Belgiens geteilt und heuer wurde eine offene Ausschreibung ausgesendet. Wir haben dann gemeinsam ein Konzept entwickelt zu dem Thema der ´kolonialen Moderne´.

War von Anfang an klar, dass Gäste dazu geladen werden?

Ja, denn um den vielen Aspekten gerecht zu werden, wollten wir KünstlerInnen einladen. Wir haben jene ausgewählt, mit denen wir bereits gearbeitet haben. Jetzt sind es insgesamt elf aus vier Kontinenten – erstmals im belgischen Pavillon übrigens Künstler aus Afrika. Damit möchten wir zugleich die Frage der Nationen herausfordern, die ja immer noch mit den Pavillons einhergeht.

Von wem stammt das Thema?

Von uns beiden, aber Vincent beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und brachte eine Menge von Recherchen mit. Ausgangspunkt ist das Jahr der Entstehung des Pavillons: 1907. Es war das allererste Gebäude eines Landes, bis dahin stellten alle Länder zusammen im Hauptpavillon aus – der jetzt als Zentralpavillon für die große Gruppenausstellung genutzt wird. 1907 war genau ein Jahr, bevor Belgien den Kongo vereinnahmte, als Privatbesitz von König Leopold II. Aber wir schauen nicht auf diese spezielle Geschichte, wollen auch keine Kritik am Kolonialismus liefern. Wir fokussieren auf die Beziehungen, die durch den Kolonialismus zwischen Europa und Afrika etabliert wurden…


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