Ausstellungen: Kassel , 1987

Florian Rötzer

Künstlergruppen zeigen Gruppenkunstwerke

Die Projektgruppe Stoffwechsel präsentiert in der Halle K18 Kassel,
13.6.-20.9.1987

Im publizistischen Schlagschatten der documenta steht eine Ausstellung, die größere Beachtung verdiente, weil in ihr der Versuch unternommen wurde, eine bestimmte Problemstellung künstlerischer Produktion vorzustellen und nicht marktstrategisch einen Trend zu propagieren, der nur dem Bedürfnis der Abwechslung dient. Nicht die Präsentation von eh schon Bekanntem, das irgendwie aneinandergereiht wird, sondern die Erkundung einer präzisen Fragestellung wäre wohl auch eher Aufgabe oder Sinn einer solchen Großveranstaltung, wie es die documenta ist. Die Projektgruppe Stoffwechsel hat mit ihrem unprätentiösen Titel: »Künstlergruppen präsentieren Gruppenkunstwerke« nicht mehr als das beansprucht, was in einem ersten Zugriff auch geleistet werden konnte – eine längst fällige Bestandsaufnahme von Künstlern, die die individuelle Produktion verlassen und mit neuen Arbeitsformen der Kooperation experimentieren. Übrigens ein Thema, das auch dem von Manfred Schneckenburger gewählten Schlagwort von der gesellschaftlichen Dimension der Gegenwartskunst entspricht, weil Künstlergruppen schon aus ihrer inneren Verfassung heraus den sozialen Bezug oder das, was man eine soziale Phantasie nennen könnte, zur Geltung bringen.

Das Projekt, Künstlergruppen vorzustellen, entwickelte sich bald nach der ersten erfolgreichen Ausstellung, die 1982 sich mit dem Einbezug des Materials Stoff in die Kunst beschäftigte. Man wird schon aus dem Umstand, daß Künstlergruppen in aller Regel am Rand des Kunstbetriebs stehen und daher oft wenig bekannt sind, verstehen, warum dieser in Deutschland erste und umfassende Versuch einer internationalen Ausstellung den in keiner Weise abwertenden Charakter eines Provisoriums hat. Allerdings hat die Projektgruppe unter der Leitung von el Attar doch nicht ganz der Versuchung…

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