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Ausstellungen: Berlin · S. 358 - 360
Ausstellungen: Berlin , 1990

Peter Funken
Kunstszene in Berlin (West) und »Ceterum Censeo«

Zwei Ausstellungen zur Gegenwartskunst

Berlinische Galerie im Martin-Gropius-Bau, 27.4. – 29.7.1990

Künstlerhaus Bethanien, 27.4. – 29.4.1990

Im Martin-Gropius-Bau fand eine Ausstellung der Senatsankäufe der letzten drei Jahre statt. Diese Neuerwerbungen befinden sich im Besitz der Berlinischen Galerie, der Artothek des Neuen Berliner Kunstvereins und des Kupferstichkabinetts. Gleichzeitig mit der Eröffnung von „Kunstszene Berlin“ zeigte eine Gruppe junger Ausstellungsmacher im Künstlerhaus Bethanien ihre Sicht der Dinge: In dem Gegenprojekt „Ceterum censeo“ präsentierten sie Künstler, die bisher von der Ankaufskommission des Senats nicht berücksichtigt worden sind.

Kunstszene Berlin (West)

In der Ausstellung im Gropius-Bau ist nur ein Teil der 569 Werke ausgestellt, die die Jury in den letzten drei Jahren erwarb. Die Ankaufskommission – im harten Kern bestehend aus Lucie Schauer, Jörn Merkert, Alexander Dückers, Eberhard Roters und Karl Sticht – kaufte den größten Teil der Erwerbungen, nämlich 205 Arbeiten direkt bei den Künstlern, 25 auf der „Freien Berliner Kunstausstellung“ und alle restlichen Kunstwerke bei Privatgalerien. Auffallend ist der große Anteil von Ankäufen, den der Galerist Fahnemann mit 25 Werken zu verbuchen hatte. Clemens Fahnemann ist übrigens Mitglied des Beratungsgremiums zur Senatsförderung.

Es ist verständlich, daß die ehrenamtliche Ankaufs-Jury keinen leichten Stand hat, denn nicht nur die Künstler, sondern auch die Privatgaleristen setzen hohe Erwartungen in dieses Gremium. Kenner der Kunstszene behaupten, daß es in Berlin eine viel zu dichte Verflechtung von Kulturbehörde und Privatinteressen gibt, die sich in der Tendenz der Sammelaktivität negativ auswirke. In seinem Katalogbeitrag beschreibt Jury-Mitglied Eberhard Roters das komplizierte Verhältnis zwischen Jury und Galeristen und…


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