Titel: Pläne - Projekte - Perspektiven , 1990

Kunstverein Hamburg

Ferdinandstor 1, 2000 Hamburg
1040/327845

Jürgen Schweinebraden, Freiherr. V. Wichmann-Eichhorn

Nach einem Psychologie- und Soziologiestudium an der TU Dresden und der Ost-Berliner Humboldt-Universität hatte Jürgen Schweinebraden bis 1980 eine eigene Galerie in Ost-Berlin. Von 1982-86 arbeitete er an der West-Berliner Nationalgalerie, war Stellvertreter des künstlerischen Leiters bei der „documenta 8“ (1987), arbeitete bei Projekten wie „Zeitlos“ (Berlin 1988) mit und wurde 1989 Direktor des Hamburger Kunstvereins. Er stellte Jean Dubuffet (1989) und Franz Erhard Walther (1990) aus, war auch für die „D+S“-Ausstellung 1989 verantwortlich.

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J.R.: Sie sind mit der Berichterstattung in der Hamburger Lokalpresse äußerst unzufrieden?

J.S.: Ja, und das betrifft nicht nur die Berichte über den Kunstverein; viele Kollegen von anderen Instituten haben ebenfalls den Eindruck, daß die bildende Kunst journalistisch ziemlich unfreundlich behandelt wird. Die Szene-Blätter geben sich zwar mehr Mühe als die Tageszeitungen, die oft nur Volontäre ohne Fachwissen herschicken, aber generell kommt das Theater in der Presse besser weg als die bildende Kunst, ansonsten dominiert der Klatsch.

Spielt da vielleicht die kulturpolitische Situation in Hamburg eine Rolle?

Möglicherweise. Zwar steht in allen Städten die Förderung bildender Kunst nicht an erster Stelle, aber typisch für Hamburger Verhältnisse scheint mir die Art und Weise zu sein, wie die öffentliche Diskussion, auch in der Presse, um die Deichtorhallen oder um die Hofmann-Nachfolge geführt wird. Um Inhalte der Kunst oder der Kulturpolitik geht es dabei kaum.

Immerhin steht ja auch der Hamburger Kunstverein im Brennpunkt der Kulturpolitik, denn es ist ja ein Umzug geplant?

Schon seit zwölf Jahren. Die Kunsthalle wird erweitert, ursprünglich sollten wir mit anderen…

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