Titel: Pläne - Projekte - Perspektiven , 1990

Museum Fridericianum Kassel

Friedrichsplatz, 3500 Kassel
0561/770033

Dr. Veit Loers

Veit Loers war von 1981-86 Leiter der Städt. Galerie Regensburg „Leerer Beutel“ und ist seit 1987 Künstlerischer Direktor der Kunsthalle Museum „Fridericianum“ in Kassel. Seine wichtigsten Ausstellungen in den letzten zwei Jahren waren „Schlaf der Vernunft“ 1988, eine Pierre-Soulages-Retrospektive 1989 und „Italiens Moderne“ 1990.

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J.R.: Herr Loers, das Museum Fridericianum tätigt keinerlei Ankäufe?

Nein, wir sind trotz des Namens eine reine Kunsthalle. Es gibt hier in Kassel eine städtische Sammlung in der „Neuen Galerie“ als Abteilung der Staatlichen Kunstsammlungen des Landes Hessen. Die Stadt Kassel gibt einen bescheidenen Tribut hinzu.

Kooperieren Sie bezüglich Räumen, Leihgaben etc. mit dieser „Neuen Galerie“?

Nein, es gibt freundschaftliche Kontakte, aber keine Zusammenarbeit. Was den Stellenwert dieser Sammlung angeht, muß man kritisch anmerken, daß Kassels Stadtväter es seit den fünfziger Jahren versäumt haben, auf der „documenta“ richtig einzukaufen. Ich würde hier auch gerne selbst eine eigene Sammlung aufbauen, aber ich kann froh sein, wenn ich mit meinem bescheidenen Ausstellungsbudget hinkomme. Das meiste Geld für Kultur geht hier in Hessen nach Frankfurt. Das ist freilich irgendwo auch gerecht, da Frankfurt ein weitaus höheres Steueraufkommen hat als Nordhessen.

Aber das könnte sich ändern, weil Kassel ja demnächst nicht mehr in einer Randlage des ehemaligen „Zonengrenzgebietes“ liegt, sondern in wirtschafts- und verkehrsstrategisch wichtiger Bindung zur jetzigen DDR?

Wir hatten schon unmittelbar nach Öffnung der Grenze rund zehn Prozent mehr Besucher. Wieviele davon tatsächlich aus der DDR kamen, konnten wir allerdings nicht genau zählen, weil diese bis zur Einführung der DM keinen Eintritt bezahlen mußten. Aber mehr Geld…

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