Ausstellungen: Hagen · von Thomas W. Kuhn · S. 333
Ausstellungen: Hagen , 2005

Thomas W. Kuhn

Lebendiges Grau

»Kontinuität monochromer Malerei«

Karl Ernst Osthaus-Museum, 12.3. – 29.5.2005

Als nur mehr selten zu entdeckender Anachronismus erscheint die vom Direktor des Karl Ernst Osthaus-Museums, Dr. Michael Fehr, konzipierte Ausstellung monochromer nicht-abbildender Malerei in den oberen Etagen des Anbaus aus den 70er Jahren. Jenseits von Interessen und Tendenzen, die in den letzten Jahren einer nachmodern-hybriden Malerei meist gegenständlicher Sujets nachhaltig zu einer Präsenz auf Märkten und in Institutionen verholfen haben, sind die knapp 40 Werke von 14 Künstlern der spätmodernen Meditation über die künstlerischen Mittel und ihrer ästhetischen Befragung verpflichtet. Diese Bezugnahme zu zentralen Bestrebungen der Spätmoderne belegen überzeugend die beiden Orientierungspunkte aus der eigenen Sammlung des Hauses, innerhalb der zumeist aus Künstlerleihgaben bestehenden Ausstellung. Für die konstruktivistisch-konzeptionelle Linie innerhalb der nicht-abbildenden Malerei in ihrer Spätphase steht ein Bild Josef Albers (1888-1976) von 1968 aus seiner Serie „Hommage to the Square“ mit dem Titel „de profundo“. Die expressive Linie findet ihren Paten in einem Bild des informellen Hagener Malers Oskar Sommer (1928-1984) von 1958.

Auf unterschiedliche Art schließen die Arbeiten der anderen ausgestellten Maler an diese exemplarischen Positionen an: expressiv bei Icke Winzer (1937) mit drei großformatigen Arbeiten in Öl auf Leinwand aus der Zeit zwischen 1980 und 2005; reduziert geometrisierend im nahezu transparenten Farbauftrag Raimund Girkes (1930-2002) in drei Arbeiten aus der Zeit zwischen 1970 und 1976 in Mischtechnik, Öl und Eitempera auf Leinwand; von vergleichbar subtiler Lichte wie Girke drei Leinwandbilder Peter Tollens (1954), rhythmisiert durch vertikale breite Pinselstriche mit sichtbarem Duktus – doch ohne Gestus, aus den Jahren…

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