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Ausstellungen: Düsseldorf · von Annelie Pohlen · S. 306 - 307
Ausstellungen: Düsseldorf , 2005

Annelie Pohlen
Manfred Pernice

»interieur«
Konrad Fischer Galerie, 9.4. – 28.5.2005

Nicht die weitläufigen Galerieetagen, sondern die neu erschlossenen, ehemals als Wohnung genutzten, eher intimen Räume hat sich Manfred Pernice als Ort für seine gegenwärtige Vorstellung bei Konrad Fischer ausgesucht. Das kommt der „interieur“ betitelten, bizarren wie verführerischen Inszenierung der neun Werke von 2005 auf rüde Weise entgegen. Aufzählen lässt sich das eher mühsam, geriert sich das Werk doch in seiner Gesamtheit vor Ort als ein hochgradig komplexes Netzwerk, dessen Verbindungen und Assoziationsketten sich begrifflicher Sinnzuschreibung entziehen. Da baut sich etwas auf ganz so wie das wirre Interieur einer Wohnung im eigenen Kopf. Auch da glaubt man sagen zu können, dass dies ein Hocker ist oder eine Pinnwand oder eine Konsole und so fort. Nur warum man dieses Gedanken- und Empfindungsmobiliar hier so oder so abgestellt hat, lässt sich in aller Regel weniger präzise nachvollziehen, auch wenn sich zu dem Vorhandenen eine Fülle von Geschichten und Anekdoten erzählen lässt.

Im Zentrum von „interieur“ steht der unweit von Magdeburg gelegene Ort Haldensleben. Und in dessen Zentrum, jedenfalls in Pernices „interieur“, die Keramikwerkstatt, um die sich wiederum ein Netzwerk historischer, politischer und selbstverständlich touristisch verwertbarer Fakten-Fragmente rankt. Auf letztere greift der Internet-Auftritt von Haldensleben, der „Stadt zwischen den Wäldern“, die auf eine mehr als 1000-jährhige Geschichte zurückblicken kann, auch heute noch zurück. Da sind die Brüder Grimm und das Biedermeier im Museum besonders hervorgehoben. Über die Ziegelei Hundisburg findet man die Auskunft, dass trotz Massenfabrikation immer noch handgefertigt wird. Was eigentlich Geschichte ausmacht, lässt…



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