Messen & Märkte · von Jürgen Raap · S. 468
Messen & Märkte , 1998

Jürgen Raap

»Marktführerschaft behauptet«

Die ART COLOGNE 1998

Jahr für Jahr geben die Entscheidungen des Zulassungsausschusses zur ART COLOGNE den Kunstmarktbeobachtern Rätsel auf. „Eingeklagt haben sich dieses Jahr nur fünf Galerien. Dennoch sind rund 30 Galerien mehr zugelassen worden als ursprünglich geplant“, wunderte sich der Kölner Galerist Luis Campaña. 262 Teilnehmer hatten im vergangenen November die Kojen in den Kölner Messehallen bestückt (146 waren es einen Monat zuvor beim „art forum berlin“ gewesen). Karsten Greve, Sprecher des Zulassungsausschusses, regt sich über die alljährlichen Balgereien um die heißbegehrten Stände allerdings nicht sonderlich auf. „Ich finde es positiv, wenn sich für einen Kojenplatz fast zwei Galerien bewerben. Das ist ein Beleg für die Attraktivität der ART COLOGNE“.

Die Betroffenen sehen das naturgemäß anders. Carla Stützer (Köln) monierte, daß in der Jury heute keine Museumsleute und Kunsthistoriker mehr mitwirken. Angesichts ihrer Verbannung auf die Warteliste nach 15 Jahren regelmäßiger Teilnahme sah sie sich als Opfer des „bereits oft zitierten ‚Kölner Klüngels'“. Die Besetzung des Auswahlgremiums ausschließlich durch Galeristen verteidigt hingegen Messe-Geschäftsführer Hans Wilke: „Die Kunstmesse ist kein Museum“.

Gabriele von Loeper (Hamburg) argumentierte mit Erfolg vor Gericht, sie sei schließlich schon seit 23 Jahren dabei gewesen. Bei ihr konnte man neben Arbeiten von Ina Barfuss ein Karel Appel-Bild für 120.000 Mark kaufen. Auch der Berliner Rafael Vostell hatte den Rechtsweg beschritten. Er zeigte sich sehr erstaunt, wieso Arbeiten von Wolf Vostell und Nam June Paik oder des erst vor einem Jahr mit einer Förderkoje bedachten Costantino Ciervo auf einmal nicht mehr gut genug gewesen sein sollten. Weiteren Streit…

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